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Was man gegen Sonnenbrand tun kann​

Schattenseiten des Frühsommers : Was man gegen Sonnenbrand tun kann

Es war heiß am Wochenende, der Himmel war blau und die Sonne strahlte. Doch der frühsommerliche Sonnenschein hat auch seine Kehrseiten - eine davon ist schmerzhaft und unschön: Sonnenbrand.

Für viele Menschen ist Sonnenbrand ein Thema, über das man sich im Frühjahr aufgrund der milden Temperaturen keine großen Sorgen zu machen braucht. Nach einer aktuellenn Forsa-Umfrage finden es mehr als die Hälfte der Befragten (60 Prozent) aufwendig, sich einzucremen oder vergessen es häufig (56 Prozent). Doch der Schein trügt. Gerade im Frühjahr unterschätzen viele die hohe UV-Strahlung der Sonne und müssen anschließend mit den schmerzhaften und teils auch gefährlichen Folgen leben. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Worauf kommt es bei der Behandlung eines Sonnenbrandes an und wie schützt man sich am besten?

Die effektivste Methode, um sich vor einem Sonnenbrand zu schützen, ist das vorbeugende Eincremen mit Sonnenschutzmitteln. Das wird jedoch nicht immer beherzigt. Einer aktuellen Umfrage zufolge nutzt gut ein Drittel im Frühjahr und Sommer normalerweise kein Sonnenschutzmittel, um sich vor schädlicher UV-Strahlung zu schützen. Männer erwiesen sich dabei als noch größere Sonnenschutzmuffel als Frauen (44 Prozent im Vergleich zu 25 Prozent). 28 Prozent der Befragten gaben an, sich allenfalls bei besonderen Gelegenheiten einzucremen, etwa im Urlaub oder im Freibad, wie die Forsa-Umfrage unter 1005 Erwachsenen im Auftrag des AOK-Bundesverbandes weiter ergab. Mehr als die Hälfte gab zudem an, dass sie das Eincremen aufwendig empfindet und es häufig vergisst. Dabei gilt eine übermäßige Belastung mit UV-Strahlung der Sonne als größter Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs. Doch auch wer sich vorausschauend eincremt, kann dabei viel falsch machen.

Worauf sollten man beim Eincremen also achten?

Fachleute raten allgemein, im Frühjahr und Sommer die Mittagssonne zu meiden, um dem Sonnenbrand vorzubeugen.
Wer sich jedoch trotzdem länger im freien aufhält, der sollte darauf achten sich ausreichend mit Sonnenschutzmitteln einzucremen. Dabei sollte man vorallem auf den richtigen Lichtschutzfaktor zurückgreifen. Fast jeder Dritte glaubt jedoch fälschlicherweise, ein hoher Lichtschutzfaktor garantiere, keinen Sonnenbrand zu bekommen. Tatsächlich sagt der Lichtschutzfaktor aus, wie lange die Creme die sogenannte Eigenschutzzeit verlängert, also die Zeit, die sich jemand ungeschützt in der Sonne aufhalten kann. Beträgt die Eigenschutzzeit zum Beispiel zehn Minuten, verlängert eine Creme mit Lichtschutzfaktor 20 die Zeit auf 200 Minuten (zehn mal 20). Die Eigenschutzzeit hängt vom Hauttyp ab, Menschen mit hellerer Haut sind in der Regel empfindlicher als solche mit dunklerer Haut.

Worauf sollte man achten, wenn man sich dann doch einen Sonnenbrand eingehandelt hat?

Zunächst einmal kann man das Schlimmste vielleicht noch verhindern. Bis zur vollen Ausprägung des Sonnenbrandes dauert es acht bis zwölf Stunden. Ahnt man, dass man womöglich zu viel UV-Strahlung abbekommen hat und spürt die ersten Anzeichen, können bestimmte Medikamente die Ausprägung eines schweren Sonnenbrandes eventuell noch verhindern, sagt der Dermatologe Professor Peter Elsner vom Uniklinikum Jena. Konkret sind das Mittel aus der Gruppe der nicht-steroidalen Entzündungshemmer, zu denen Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure und Diclofenac zählen. Elsner spricht von einer Art „Rettungsmedikation“. Für Erwachsene, wohlgemerkt. Kinder sollten solche Arzneimittel nicht einfach prophylaktisch nehmen.

Häufig wird auch auf diverse Cremes oder auch Quark zurückgegriffen. Dabei sollte man jedoch beachten, dass es sich beim Sonnenbrand um eine Entzündung handelt. Quark kann zwar kühlen und die Schmerzsymptome lindern, entzündungshemmende Wirkung hat er jedoch kaum.
Viel effektiver ist: ausreichend trinken. Das sei wichtig, um den Mineral- und Wasserhaushalt wiederherzustellen. „Denn ein Sonnenbrand geht mit erhöhter Hauttemperatur und Wasserverlust einher“, sagt Elsner, der im Präsidium der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft sitzt.

Wenn die schlimmsten Schmerzen vorüber sind, kommt bei Sonnenbrand oft der unangenehme Juckreiz: Die Haut schuppt und häutet sich. Dabei werden die toten Zellen abgestoßen. Um das zu erleichtern und das Jucken einzudämmen, sollte man rückfettende und rückfeuchtende Pflegecremes mit Glycerin oder Harnstoff verwenden, rät der Experte.

Wann darf man nach dem Sonnenbrand wieder in die Sonne?

Wer trotz Sonnenbrand ins Wasser möchte, sollte die betroffenen Hautstellen bedecken. Idealerweise mit UV-Kleidung. „Damit geht man auf Nummer sicher“, sagt Elsner. Im Zweifel ist ein normales T-Shirt aber auch besser als nichts. Hier ist nur zu beachten: Ist der Stoff nass, lässt er mehr UV-Strahlung durch als im trockenen Zustand. Zusätzlich sollte man sich eincremen, auch wenn das auf der verbrannten Haut unangenehm ist. Doch es ist aus Sicht von Elsner alternativlos: „Wer das nicht möchte, muss drinnen bleiben.“

Was lässt sich also zusammenfassend sagen?

Bis ein Sonnenbrand ausgeheilt ist, kann durchaus eine Woche vergehen. Neben Schmerzen, Jucken und getrübtem Sommerspaß sollte man außerdem bedenken: Die Haut nimmt langfristig schaden. Sonnenbrände erhöhen das Risiko für Schwarzen Hautkrebs im Laufe des Lebens.

Das Allerwichtigste ist deshalb die Vorbeugung. Wobei das Vermeiden von praller Sonne zwischen 11 und 15 Uhr an erster Stelle steht, wie Elsner sagt. „Danach kommt der textile Sonnenschutz, also Hut und T-Shirt.“ Erst an dritter Stelle kommt - für alle unbedeckten Körperstellen - das Einreiben mit Sonnenschutzcremes.

(dpa)