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Köln: Warum kauft man im Supermarkt zuerst Gemüse?

Köln : Warum kauft man im Supermarkt zuerst Gemüse?

Schnell, pragmatisch und günstig einkaufen - das sind die Leitlinien moderner Discounter. Auch gibt es Menschen, die sich mehr Zeit beim Shoppen lassen und ihr Abendessen aus vielen hundert Marken zusammenstellen wollen.

Für sie stehen die sogenannten Vollsortimenter offen - edle, gut gefüllte Supermärkte, die mit dem ganz besonderen Konsumerlebnis werben und alle Wünsche erfüllen. Eines aber eint beide Einkaufsstätten: Gleich ob Billig-Discounter oder Vollsortimenter - am Anfang jeder Einkaufstour steht in der Regel der Gang durch die Gemüse- und Obstabteilung.

Denn der Kunde soll direkt mit Frische konfrontiert werden, und dieses Frischegefühl nimmt er dann möglichst mit bis zu den Regalen mit den Konservenbüchsen und Tütensuppen, wie Dirk Ziems, Konsumforscher und Geschäftsführer des Kölner Instituts ifm Wirkungen und Strategien, erläutert.

Gerade Deutsche halten besonders viel vom Frischeaspekt. Sie kaufen laut Ziems besonders häufig ein, nämlich im Durchschnitt zweimal pro Woche. Engländer etwa machen dagegen lieber einmal pro Woche einen Großeinkauf, Frische spielt da eine eher untergeordnete Rolle.

Nach dem Obst- und Gemüseregal folgt im Supermarkt meist eine Kühltheke mit weiteren Frischeprodukten: Milch, Käse, Wurst- und Fleischwaren gehören dazu und sind dort über mehrere Meter ausgebreitet. Abgelöst werden sie von den Tiefkühlprodukten: „Es gilt das Transferprinzip”, betont Ziems. „Der Frischeeindruck wird möglichst lange fortgesetzt.”

Zwischen diese Frische-Artikel können immer wieder mal Nischen mit Konserven und Tütensuppen gestreut werden. Dann folgen die Abteilungen mit Süßwaren und Getränken, bevor die Einkaufstour mit Waschmitteln und Hygieneprodukten endet.

„Wichtig ist, dass der Kunde nicht in der Flut der Waren ertrinkt oder orientierungslos durch ein Labyrinth von Gängen irrt”, betont Ziems. Aber auch übersichtliche, spärlich eingerichtete Discounter stoßen nicht immer auf Begeisterung. Sie wirken mit ihrer reinen Pragmatik schnell lieblos und billig. „Es kommt auf ein stimmiges Gesamtkonzept an”, sagt der Konsumforscher.