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Stuttgart: Warmes Wetter hat Sonnen- und Schattenseiten

Stuttgart : Warmes Wetter hat Sonnen- und Schattenseiten

Sonnenbaden, Chillen, Grillen - aber auch Niesen, Schniefen und Jucken: Die meisten finden es schön, wenn es schon im April warm wird. Allergiker sehen die Sache zumindest zwiespältig. Ein sommerliches Intermezzo wie derzeit in Deutschland hat Sonnen- und Schattenseiten.

Was für und was gegen einen frühen Sommer spricht:

PRO: Wenn die Sonnenstrahlen langsam an Kraft gewinnen, treibt es die Gäste in Straßencafés und Biergärten. Mittagspause in der Sonne oder Feierabend im Freien - das ist für viele ein Muss. „Immer mehr Betriebe versuchen, Flächen im Freien anzubieten, weil die Gäste das schätzen”, sagt Daniel Ohl vom Gaststättenverband Dehoga in Baden-Württemberg.

KONTRA: Doch wer draußen sitzt, riskiert die Nieser. Denn mit dem Frühjahr kommen auch die Pollen, und mit ihnen für viele rote Augen, Tränen und laufende Nasen. Sogar bei schlechtem Wetter sind Pollen unterwegs, wie der Apothekerverband Baden-Württemberg warnt. Und Entlastung für Allergiker bringe da ausgerechnet tagelanger Regen.

PRO: Sonne kann gesund sein: Wenn das Licht auf die Haut fällt, kann der Körper das wichtige Vitamin D bilden - und speichern. Nach den dunklen Wintermonaten füllt der Körper nun den Vorrat wieder auf. Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung kann es im Sommer reichen, Gesicht, Hände und Teile von Armen und Beinen 5 bis 25 Minuten der Sonne auszusetzen.

KONTRA: Zu viel Sonne kann aber auch ungesund sein: Wer nicht auf den Schutz achtet, riskiert Sonnenbrand. Auch bei lockeren Wolken dringt noch viel UV-Strahlung durch, im Schatten immer noch die Hälfte, wie der Berufsverband der Deutschen Dermatologen warnt. Deswegen: nicht nur am Strand, sondern auch beim Grillen oder am Volleyballnetz gut eincremen.

PRO: Im Dunkeln zur Arbeit, im Dunkeln nach Hause - das ist nun passé. Wenn die Sonne scheint, hat man viel mehr vom Tag. Und wenn beim Stoßlüften keine Gänsehaut droht, bleibt die Wohnung mit frischer Luft auch viel angenehmer. Der Verzicht auf Trockner und Heizung spart dazu noch Energie.

KONTRA: Durch offene Fenster dringen im Sommer leider auch wieder Plagegeister ein. Die nervigsten: Stechmücken. Nicht das Licht zieht sie an, sondern die Menschen selbst, wie Helge Kampen vom Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit in Greifswald erklärt. „Mit den ersten Mücken ist demnächst zu rechnen.” Ihre Hoch-Zeit aber kommt erst im August und September.

PRO: Bei den warmen Temperaturen werden Wasser-Fans unruhig: Zum Sommer gehört der Besuch des Freibads mit Liegewiese dazu. Noch sind aber viele Bäder geschlossen. Viele öffnen erst im Mai.

KONTRA: Mit der Freibad-Saison bricht bei vielen wieder die Sorge um die Bikinifigur aus. Neben Neujahr mit seinen guten Vorsätzen ist der Frühsommer die Hochzeit für Fitnessstudios, wie Dustin Tusch vom Verband DSSV sagt. „Kurz vor dem Sommer ist der Andrang noch einmal höher.” Trends 2015 seien unter anderem Personal Training, multimediale Fitness und modernes Zirkeltraining.

PRO: Eiskratzer, Frostschutzmittel und Schloss-Enteiser verschwinden endlich wieder im Keller. Für Autofahrer ist der Sommer komfortabel, auch wenn nun die Mücken wieder die Windschutzscheibe spicken. Auch gefährliche Situationen wegen nasser Blätter oder Schnees auf der Straße bleiben für ein paar Monate vergessen.

KONTRA: Im Sommer werden im Verkehr besonders viele Menschen bei Unfällen verletzt. Das liegt laut ADAC daran, dass im Sommer, etwa zur Urlaubszeit, auch mehr auf den Straßen los ist. Darunter mischen sich auch die Motorradfahrer: Polizeipräsidien appellieren, sich nach dem Winter erst wieder an die Maschine zu gewöhnen.

(dpa)