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Hamburg: Volker Glaser: Der Mann, der Hoch „Volker” seinen Namen gibt

Hamburg : Volker Glaser: Der Mann, der Hoch „Volker” seinen Namen gibt

Alle warten und hoffen auf „Volker” - so heißt das Hochdruckgebiet, das in den kommenden Tagen weiten Teilen Deutschlands den Sommer zurückbringt. Einer, der sich darüber ganz besonders freut, ist der 31-jährige Volker Glaser aus der Nähe von Reutlingen in Baden-Württemberg.

Er ist der offizielle Pate für das Hoch, auf das sich nach wochenlangem Regen und kühlen Temperaturen Millionen von Menschen freuen. Ein guter Freund hatte ihm die Patenschaft zum Geburtstag geschenkt und den Namen beim Institut für Meteorologie der Freien Universität (FU) Berlin reserviert.

„Ich war sehr überrascht, als ich Ende Dezember zu meinem Geburtstag das "Hoch Volker" geschenkt bekam. Ich kannte die Möglichkeit bisher nicht”, sagt Glaser, der von Beruf stellvertretender Chefredakteur des Börsenbriefs „Tradecentre” ist. „Natürlich ist es jetzt ein schönes Gefühl, für gerade dieses Hoch der Taufpate zu sein.” Der Junggeselle selbst will das gute Wetter mit einem verlängerten Wochenende genießen.

Auch sein Freund Sascha Magsamen, der ihm das Hoch für 299 Euro „kaufte”, ist glücklich. „Mit dem Geschenk habe ich gleichzeitig noch etwas Sinnvolles verbinden können: Das Geld kommt der Universität zugute”, sagt der junge Aktienhändler. Seit 1954 vergibt das Berliner FU-Institut Namen für Hoch- und Tiefdruckgebiete, die das Wetter in Europa beeinflussen.

„Jeder Euro, den Sie für eine Patenschaft bezahlen, wird einen wichtigen Beitrag zur Fortführung der vollständigen Wetter- und Klimabeobachtung ... leisten”, werben die Berliner auf ihrer Internetseite und weisen darauf hin: „Mit dieser Aktion können Sie das tatsächliche Wetter zwar nicht direkt beeinflussen, aber die Wetterkarte in den Medien kann Ihre Handschrift tragen. Jeder Wetterpate bekommt eine individuelle Patenschaftsurkunde.” In diesem Jahr tragen Hochdruckgebiete männliche Vornamen und Tiefdruckgebiete weibliche Vornamen. 2009 soll es umgekehrt sein. Hochs kosten 299 Euro, Tiefdruckgebiete 199 Euro.

Nach Einschätzung der Meteorologen wird Hoch „Volker” zunächst ein Lichtblick im Sommer 2008 sein und zumindest überall für wärmere Temperaturen sorgen. Die Sonne allerdings wird sich in verschiedenen Regionen noch rar machen. „In der Südosthälfte sorgt ein Höhentief, das in Richtung Balkan zieht, zunächst noch für viele Wolken und Gewitter. Und im Nordwesten gibt es eine Warmfront mit geschlossener Wolkendecke”, sagt Meteorologe Gustav Puhr vom Wetterdienst meteomedia voraus.

Wie es mit „Volker” weitergeht, ist nach Angaben der Meteorologen noch unsicher. „Vielleicht haben wir Glück, und "Volker" bleibt uns als Skandinavienhoch erhalten”, sagt Puhr. „Allerdings könnte es auch von einem kräftigen Tief über dem Ostatlantik abgedrängt werden.”