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Berlin: Verteidigungsministerium erwägt Entschädigung von mehr Radar-Opfern

Berlin : Verteidigungsministerium erwägt Entschädigung von mehr Radar-Opfern

Im Streit um die Entschädigung von radargeschädigten Soldaten von NVA und Bundeswehr macht das Bundesverteidigungsministerium einen Schritt auf die Betroffenen zu. 50 bis 60 bereits abgelehnte Fälle würden neu überprüft, sagte der parlamentarische Staatssekretär Christian Schmidt (CSU) der „Berliner Zeitung” (Dienstag).

Es handele sich um ehemalige Soldaten, deren Erkrankung auf Arbeit an Radargeräten, aber auch auf andere Faktoren wie Rauchen zurückgeführt werden könne. Deshalb seien Entschädigungsansprüche bislang abgelehnt worden.

Der Bundestag hatte vor vier Jahren ein Gesetz zur Entschädigung von Strahlenopfern der Nationalen Volksarmee der DDR (NVA) beschlossen. Die rund 2000 betroffenen ehemaligen Soldaten der beiden deutschen Armeen sind jedoch unzufrieden mit der Umsetzung.

Nur knapp ein Drittel von ihnen hat letztlich eine Entschädigung enthalten, die meisten Anträge wurden abgewiesen. Staatssekretär Schmidt hatte im Mai angekündigt, es werde möglicherweise ein Hilfsfonds für noch nicht entschädigte Strahlenopfer der Nationalen Volksarmee der DDR eingerichtet. Profitieren könnten zum Beispiel Hinterbliebene von Strahlenopfern, die vor der Wende gestorben seien.