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Washington: Valentinstag beflügelt die US-Diamantenhändler

Washington : Valentinstag beflügelt die US-Diamantenhändler

Rote Rosen und Pralinen erfreuen sich am Valentinstag großer Beliebtheit - allerdings sind sie leicht vergänglich. Viele Männer in den USA wählen für den besonderen Anlass deshalb ein unvergessliches Geschenk: einen Diamantring.

„Zum Valentinstag ist der Umsatz ähnlich stark wie in der Weihnachtszeit oder an Muttertag”, sagt Julie Herschthal von einem Juweliergeschäft in Washington. Nicht nur am Tag der Liebenden klingeln die Kassen der Juweliere. Immer häufiger wollen junge Männer in den USA ihrer Zukünftigen mit einem Diamanten auf dem Verlobungsring das gewisse Funkeln in die Augen zaubern. „Die Mehrzahl der Amerikaner, die ihrer Freundin einen Trauring schenken, entscheiden sich für einen Diamanten”, sagt Erik Broman, Edelstein-Experte und Schmuckverkäufer von Continental Jewelers in Washington.

Auf eigens organisierten Partys glitzern die Damen mit ihren Diamantringen um die Wette: „Wenn die Mädchen ihren Freundinnen den Verlobungsring präsentieren, gehört ein bisschen Angeberei einfach dazu”, erklärt Broman. Schon in den 50er Jahren trällerte die US-Schauspielerin Marilyn Monroe ihre bis heute unvergessene Hymne: „Diamonds Are a Girl´s Best Friend”.

Vom Diamantenfieber der Amerikaner profitiert nicht nur die Damenwelt. Nach Angaben des internationalen Beratungsinstituts für Diamanten geht weltweit fast die Hälfte aller Schmuckdiamanten über US-Ladentische. Danach waren die USA mit einem Umsatz von 31 Milliarden Dollar (rund 24 Milliarden Euro) im Jahr 2005 der größte Markt für die edlen Steine bei einem weltweiten Gesamtumsatz von 69 Milliarden Dollar.

Es verwundert kaum, dass der Film „Blood Diamond” mit dem für einen Oscar nominierten Schauspieler Leonardo DiCaprio die gute Laune der Diamantenindustrie trübte. Der Film zeigt, wie der Bürgerkrieg in Sierra Leone Ende der 90er Jahre durch den Handel mit so genannten Blutdiamanten finanziert wurde. Sogar das US-Außenministerium sprang der bedrängten Industrie zur Seite und verwies auf die Erfolge des so genannten Kimberley Prozesses: Seit 2003 muss für jeden Diamanten nachgewiesen werden, dass er aus einem konfliktfreien Gebiet stammt.

Trotz aller Diskussionen um den Film ist sich Schmuckverkäufer Broman sicher, dass die glitzernden Steine auch weiterhin begehrt sein werden. „Gerade zur Verlobung ist ein Diamant ein besonderes Zeichen von Beständigkeit und Treue. Die Symbolkraft des Schmuckstück ist kaum zu toppen.” Beim Kauf spiele es deshalb auch keine Rolle, wie teuer der Ring sei. Dennoch legten Männer durchschnittlich zwei bis drei Monatsgehälter zur Seite, wenn sie ihre Freundin mit dem ganz besonderen Ring beglücken wollen.