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Washington: Urgroßmütter holen in USA High-School-Abschluss nach

Washington : Urgroßmütter holen in USA High-School-Abschluss nach

Für die Reifeprüfung ist es nie zu spät: Zwei Urgroßmütter haben in den USA ihren High-School-Abschluss nachgeholt, rund sieben Jahrzehnte nachdem sie aus Geldmangel die Simon-Gratz- Schule in Germantown (US-Staat Pennsylvania) verlassen mussten.

In den traditionellen weißen Roben, die kantigen Akademiker-Hüte auf dem Kopf feierten Marion Goldsmith Klarman (91) und Dorothy Watson McAuley (85) am Donnerstag die US-Hochschulreife, wie die Zeitung „Philadelphia Inquirer” am Freitag berichtete.

Die Familien der beide rüstigen Rentnerinnen sind begeistert: „Unser ganzes Leben lang hat sie nur davon gesprochen”, sagte McAuleys Tochter Susan Janicz dem Blatt. „Sie war so sauer darüber, dass sie das Diplom nicht hat.” Klarmans Tochter, April Apfelbaum, berichtete: „Das war wirklich ein Traum von ihr.”

„Man muss tun, was man tun muss”, meint Dorothy Watson McAuley, die zwei Kinder, drei Enkel und zwei Urenkel hat. „Mein Vater wollte, das ich in seinem Laden mitarbeite, also habe ich das gemacht. Als die Schulabgänger in den Laden kamen, war ich den Tränen nahe”, erinnert sie sich hoch heute. Sie musste die Schule 1941 abbrechen, Marion Goldsmith Klarman, die heute zwei Kinder, neun Enkel und zwölf Urenkel hat, schon fünf Jahre zuvor.

Den beiden rüstigen Schulabgängerinnen stelle sich die Frage, was man mit seinem Leben nun anfange, nicht so dringend, schrieb der „Philadelphia Inquirer”. Allerdings spiele Marion Goldsmith Klarman mit dem Gedanken, noch an die Uni zu gehen.