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Frankfurt/Main: Unicef-Chef will angeblich Heide Simonis loswerden

Frankfurt/Main : Unicef-Chef will angeblich Heide Simonis loswerden

Der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Dietrich Garlichs, will nach einem Zeitungsbericht die Vorstandsvorsitzende Heide Simonis aus dem Amt drängen.

Die „Frankfurter Rundschau” (Montagausgabe) berichtete vorab, Garlichs habe mehrere Optionen ausgearbeitet, mit denen er Simonis bei der Vorstandssitzung am Montag in Köln zur Aufgabe ihres Ehrenamts bei dem UN-Kinderhilfswerk zwingen wolle.

Simonis habe sich im Dezember um die Aufklärung des Spendenskandals bei Unicef bemüht, sei aber im Vorstand an einer gründlichen Aufarbeitung gehindert worden, schrieb das Blatt unter Berufung auf Vorstands-Protokolle. Sie habe erklärt, sich nicht vor der Sitzung am Montag äußern zu wollen. Garlichs wurde vorgeworfen, über Jahre hinweg am Vorstand des Kinderhilfswerks vorbei üppige Beraterverträge vergeben und einen millionenteuren Umbau der Kölner Zentrale veranlasst zu haben.

Bei der Sitzung stellen der Zeitung zufolge Wirtschaftsprüfer der Gesellschaft KPMG ihren Bericht vor, der nach den Vorwürfen der Spendenverschwendung in Auftrag gegeben worden war. Unicef -Geschäftsführer Garlichs sehe sich nach der Prüfung im Recht, weil die hohen Honorare für externe Berater juristisch nicht angreifbar seien.

In der Kölner Unicef -Zentrale seien zahlreiche Beschwerdebriefe und Kündigungen der rund 8000 ehrenamtlichen Mitarbeiter eingegangen. So habe etwa die Unicef -Arbeitsgruppe Niederrhein ihre Auflösung beschlossen und fordere ebenso wie die Arbeitsgruppe München in einem offenen Brief den Rücktritt des Geschäftsführers.

Zudem seien neue Interessenverquickungen bei Unicef -Finanztransaktionen bekannt geworden, schrieb das Blatt. So lägen zehn Millionen Euro des Unicef -Stiftungsvermögens bei dem Bankhaus Delbrück. Bei dieser Bank sei Unicef -Schatzmeister Peter von der Heydt bis zum Jahr 2002 Mitinhaber gewesen, zuletzt persönlich haftender Gesellschafter und Sprecher der Geschäftsführung. Inzwischen gehöre er dem Aufsichtsrat der Bank an. Unicef sehe in der Doppelfunktion von der Heydts keine Interessenverquickung. Es gehöre zu den Aufgaben der Vorstandsmitglieder, Kontakte aus ihren unterschiedlichen Lebensbereichen einzubringen, habe das Kinderhilfswerk mitgeteilt.