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TV-Doktorin mit Übergewicht und Liebesproblemen

TV-Doktorin mit Übergewicht und Liebesproblemen

Berlin. Mit einer neuen Krankenhausserie will RTL ab Montag, 23. Juni, bei den Fernsehzuschauern punkten. Zunächst acht Folgen von „Doctors Diary - Männer sind die beste Medizin” kündigt der Sender für die beste Sendezeit um 20.15 Uhr an.

Mit der Episode „Männer sind Schweine!” starten die Geschichten rund um Ärztin Gretchen Haase (Diana Amft aus dem Kinofilm „Mädchen, Mädchen”) in der letzten Woche der Fußball-EM, in der die Sender nach reichlich Wiederholungen wieder mit neuen Formaten oder Staffeln aufwarten.

In der Chirurgie einer Berliner Klinik muss die herzensgute Medizinerin mit Gefühls- und Medizinproblemen zurecht kommen. Vor allem zwischen Chirurg Marc Meier (Florian David Fitz), ihrem früheren Schulschwarm, und dem netten Gynäkologen Mehdi Kaan (Kai Schumann) ist die nach Schokolade süchtige Gretchen Haase hin- und hergerissen.

Ein bisschen erinnert die rundliche Protagonistin, die im Off mit ihrem Tagebuch „spricht”, an die Kinokultfigur Bridget Jones. Die beiden hätten mit Sicherheit einiges gemein, aber es sei keine Kopie von Bridget Jones, sagt Hauptdarstellerin Amft im ddp-Interview. „Wir haben versucht, eine Frauenfigur zu finden, die sympathisch ist und mit der sich mehr als nur 1,5 Prozent der Zuschauer identifizieren können”, betont die 32-Jährige. Als „Dramedy” bezeichnet sie die Serie, die „komische, aber auch unglaublich emotionale Momente” habe.

Die Drehbücher stammen von Bora Dagtekin, der für seine Arbeit bei der ARD-Serie „Türkisch für Anfänger” mehrfach ausgezeichnet wurde. Als „witzige Familienunterhaltung mit Suchtpotenzial” kündigt der Sender die neue Serie an, die zwar einen gewissen Charme entfaltet, aber auch viele Allgemeinplätze liefert.

Eine genaue Quotenerwartung für das neue Format mag der Sender „aufgrund der Erfahrung der gesamten Branche mit eigenproduzierten Serien” nicht abgeben, wie der zuständige RTL-Sprecher Claus Richter sagt. Mit einem Marktanteil in der Zielgruppe im Rahmen des Senderschnitts von etwa 16 Prozent wäre man zufrieden. Im Moment sei auf allen Sendern zu beobachten, dass es schwierig sei, neue deutsche Serien zu etablieren. „Wir hoffen, dass diese Serie wieder ein Format ist, das die Zuschauer begeistert”, sagt Richter.

Im Januar hatte RTL die neue Serie „Die Anwälte” mit Kai Wiesinger nach nur einer Folge wegen schlechter Quoten wieder eingestellt. Die Serie über Scheidungsrichter „Herzog” mit Niels Ruf wurde im Februar nach drei Episoden wieder aus dem Programm gestrichen. Ein Erfolg müsse ziemlich früh absehbar sein, sagt Richter zu dem schnellen Aus der Formate. „Einstellige Marktanteile in der RTL-Prime-Time zeigen, dass das entsprechende Programm vom Publikum nicht akzeptiert wird”, betont er. „Dann muss man reagieren und etwas anderes ausprobieren.”

Das soll bei „Doctors Diary” nicht der Fall sein. „Es gibt nicht so viele Genres, die funktionieren”, ist Richter überzeugt. Krimis, Action und eben Arztserien gehörten dazu. Neben weiteren Entwicklungen in verschiedenen Genres sind drei weitere Medizinerserien bei RTL in Arbeit. Auch Sat.1 plant für Herbst mit „Dr. Molly & Karl” eine neue eigenproduzierte Krankenhausserie. Eine weitere ist nach Senderangaben in Arbeit.

Als reine Frauenserie sieht Amft „Doctors Diary” nicht. „Ich denke, dass die Serie ein ganz breit gefächertes Publikum anspricht.” Es sei auch eine Familienserie. „Es wird nicht alles aus Frauensicht erzählt, sondern es gibt auch zwei wundervolle Männer. Es ist für Männer genauso interessant wie für Frauen”, findet sie.

Etwa 90 Tafeln Schokolade wurden nach Angaben des Senders eigens für die Serie hergestellt. Sie habe zwar nicht wirklich so viele Tafeln essen müssen, wie zu sehen seien, „aber schon einige”, und daher für die Rolle schon einiges zugenommen, berichtet Amft. „Aber ich fand das ehrlich gesagt mal ganz angenehm. Das war wirklich mal ein Jahr, in dem ich mit meinem Freund nachts um zwölf noch Pizza essen konnte, wenn uns danach war, was man sonst nicht macht.”