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Lünen/Düsseldorf: Trauerfeier: Der getötete Schüler aus Lünen wurde beerdigt

Lünen/Düsseldorf : Trauerfeier: Der getötete Schüler aus Lünen wurde beerdigt

Der von einem Mitschüler getötete 14-jährige Junge aus dem nordrhein-westfälischen Lünen ist beigesetzt worden. Angehörige, Schüler und Lehrer kamen am Samstag zur Beerdigung auf dem kommunalen Friedhof in Lünen zusammen. Der Junge war am Dienstag an der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule erstochen worden.

Der mutmaßliche Täter, ein 15 Jahre alter Mitschüler, hat die Tat gestanden und sitzt derzeit in einem Jugendgefängnis in Untersuchungshaft. Er galt als aggressiv und „unbeschulbar” und war zwischenzeitlich an einer anderen Schule untergebracht.

Die Bluttat an der Lüner Gesamtschule spiegelt nach Ansicht des nordrhein-westfälischen Justizministers Peter Biesenbach (CDU) aber nicht die Entwicklung der Jugendkriminalität wider. Im Zehn-Jahres-Vergleich habe sich die Zahl der verurteilten jugendlichen Gewalttäter in NRW um mehr als zwei Drittel vermindert, er der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. Dies sei keineswegs auf eine mildere Bestrafung zurückzuführen. Die Zahl der verurteilten 14- bis 18-jährigen Gewalttäter sank in NRW von 2006 bis 2016 von 3423 auf 1049.

Der Minister berichtete, dass Richter in NRW bei Heranwachsenden immer häufiger auf das strengere Erwachsenenstrafrecht zurückgriffen. 2011 seien in NRW 29 Prozent der angeklagten Heranwachsenden nach Erwachsenenstrafrecht abgeurteilt worden - 2015 schon über 35 Prozent. In Bayern würden dagegen nur 25 Prozent nach dem Erwachsenenstrafrecht verurteilt.

2007 und 2008 waren in NRW noch jeweils acht jugendliche Gewalttäter wegen Tötungen verurteilt worden. Danach war die Zahl beständig gesunken bis auf Null 2016. Auch die Zahl der Verurteilungen wegen Körperverletzungen hatte 2007 einen Höhepunkt mit 2412 Fällen erreicht und sich bis 2016 mit 645 auf einen Bruchteil verringert.

„Die Zahlen gehen in die richtige Richtung, ein Grund zur Entspannung sind sie aber nicht”, sagte Biesenbach. „Die Jugend wird immer weniger kriminell. Sorgen bereiten uns aber weiterhin die Intensivtäter.”

(dpa)