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Berlin/Aachen: Theodor-Wolff-Preis: Frau von Deniz Yücel nimmt Sonderpreis entgegen

Berlin/Aachen : Theodor-Wolff-Preis: Frau von Deniz Yücel nimmt Sonderpreis entgegen

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hat an fünf Journalisten den renommierten Theodor-Wolff-Preis vergeben. Erstmals gab es einen Sonderpreis, den der in der Türkei inhaftierte Korrespondent der Tageszeitung „Die Welt“, Deniz Yücel, erhält.

Damit soll nach dem Willen von Jury und Kuratorium „im Geist von Theodor Wolff ein Zeichen für die Pressefreiheit gesetzt werden, die in der Türkei und an vielen anderen Orten der Welt mit Füßen getreten wird“. Überreicht wurden die Preise am Dienstagabend in Berlin.

Der Jury gehören an: Nikolaus Blome (Mitglied Chefredaktion „Der Spiegel“, Berlin), Wolfgang Büscher (Autor „Die Welt“, Berlin), Dr. Markus Günther (Journalist, Augsburg), Peter Stefan Herbst (Chefredakteur „Saarbrücker Zeitung“), Bernd Hilder (Vorsitz; Chefredakteur „Thüringische Landeszeitung“, Weimar), Christian Lindner (Chefredakteur „Rhein-Zeitung“, Koblenz), Professor Bernd Mathieu (Chefredakteur „Aachener Zeitung“ und „Aachener Nachrichten“), Annette Ramelsberger (Gerichtsreporterin „Süddeutsche Zeitung“, München) und Cordula von Wysocki (Mitglied Chefredaktion „Kölnische
Der Jury gehören an: Nikolaus Blome (Mitglied Chefredaktion „Der Spiegel“, Berlin), Wolfgang Büscher (Autor „Die Welt“, Berlin), Dr. Markus Günther (Journalist, Augsburg), Peter Stefan Herbst (Chefredakteur „Saarbrücker Zeitung“), Bernd Hilder (Vorsitz; Chefredakteur „Thüringische Landeszeitung“, Weimar), Christian Lindner (Chefredakteur „Rhein-Zeitung“, Koblenz), Professor Bernd Mathieu (Chefredakteur „Aachener Zeitung“ und „Aachener Nachrichten“), Annette Ramelsberger (Gerichtsreporterin „Süddeutsche Zeitung“, München) und Cordula von Wysocki (Mitglied Chefredaktion „Kölnische Foto: BDZV

Yücel hatte seinen Anwälten eine Dankesrede an die Jury und das Kuratorium des Theodor-Wolff-Preises diktiert, die während der Preisverleihung verlesen wurde: „Falls es zu Ihren Absichten gehörte, mich mit dieser wertvollen Auszeichnung ein wenig aufzumuntern, dann sei Ihnen versichert: Es ist Ihnen vortrefflich gelungen. Auch dafür danke ich Ihnen“, heißt es darin.

Yücel interpretierte den Sonderpreis nicht nur als „große Ehre“, sondern „als Zeichen der Anteilnahme mit meinen zahlreichen türkischen Kolleginnen und Kollegen, die größtenteils unter ähnlich absonderlichen Anschuldigungen, aber seit sehr viel längerer Zeit dieses und andere Gefängnisse des Landes füllen“. All das wäre, ließ Yücel über seine Anwälte mitteilen, „kaum zu ertragen ohne Menschen und Institutionen, die einen lieben und unterstützen und alles tun, was gerade nötig ist“.

Anstelle des Autors nahm seine Ehefrau Dilek Mayatürk-Yücel im Kreis zahlreicher Freunde und Unterstützer die Auszeichnung entgegen. Sie schilderte vor gut 300 geladenen Gästen aus Medien, Politik und Kultur den Druck und die Sorge, mit denen sie seit der Festnahme ihres Mannes lebt: „Wir laufen einen Marathon. Das ist kein Kurzstreckenlauf. Die Strecke ist lang, schwierig, ermüdend, voller Hürden. Und wir können die Zielgerade immer noch nicht sehen. Ich werde erst das Ziel erreichen, wenn Deniz wieder frei ist.“

In der Kategorie „Lokales“ gehörte Amien Idries, Redakteur unserer Zeitung, zu den drei nominierten Autoren. Die Auszeichnung erhielt letztlich Anja Reich von der „Berliner Zeitung“. Den Theodor-Wolff-Preis vergibt die Jury, zu der auch Bernd Mathieu, Chefredakteur unserer Zeitung, gehört, in vier Hauptkategorien „Lokales“, „Meinung“, „Reportage“ und „Thema des Jahres“. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von jeweils 6000 Euro verbunden.

Der Preis erinnert an den Chefredakteur des „Berliner Tageblatts“, Theodor Wolff (1868-1943), der 1933 vor den Nazis ins französische Exil floh.

(dpa/red)