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Bonn: Studie: Tausende Raubüberfälle auf Läden

Bonn : Studie: Tausende Raubüberfälle auf Läden

Tausende Raubüberfälle auf Läden: Raubüberfälle auf Supermärkte, Tankstellen und Drogeriemärkte haben ein alarmierendes Niveau erreicht.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die am Montag in der Fachzeitschrift „Forum” der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) veröffentlicht wurde. Allein im Jahr 2007 seien der Polizei etwa 3200 Raubüberfälle im Einzelhandel gemeldet worden. Die meisten Überfälle trafen Supermärkte oder Drogerien.

Das Schicksal von Opfern von Gewaltanwendungen werde dabei häufig in der Öffentlichkeit vernachlässigt. In rund 15 Prozent der Überfälle komme es zu Verletzungen. Die Hälfte aller körperlichen Übergriffe finde ohne Vorwarnung statt. Den Beschäftigten werde ins Gesicht geschlagen oder der Täter besprühe sie mit Reizgas.

Für Betroffene sei die unmittelbare Bedrohung extrem belastend und löse oft schwere Erkrankungen aus: Mehr als 1000 Menschen werden nach einem Überfall mit Gewalt in jedem Jahr nach Angaben der Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution (BGHW) für länger als drei Tage arbeitsunfähig.

Allerdings hätten bei jedem vierten Angriff die Beschäftigten zur Eskalation beigetragen, weil sie Widerstand leisteten - beispielsweise indem sie um Hilfe gerufen oder die Täter hingehalten hätten.

In Supermärkten schlagen die Räuber meist kurz vor Ladenschluss zu: Drei von vier Überfällen fanden 2007 zu dieser Zeit statt. Häufig greifen auch die „letzten Kunden” in die Kasse. Bei jedem zweiten Überfall sind mehrere Täter beteiligt. Tankstellen werden vor allem am Abend und in der Nacht beraubt.

Die Betreuung der Opfer sei wichtig. Der zuständigen Berufsgenossenschaft (BGHW) würden allerdings viele Opfer nicht gemeldet. Dies liege auch daran, dass psychische Verletzungen oft erst nach einiger Zeit in Arbeitsunfähigkeit mündeten.