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Berlin: Spender sollten auf anerkanntes Spendensiegel achten

Berlin : Spender sollten auf anerkanntes Spendensiegel achten

Weihnachten ist für viele Menschen die Zeit des Spendens. Dabei drängt sich immer wieder die Frage auf, wen man guten Gewissens mit einem Obolus aus der Privatkasse unterstützen kann.

„Wenn eine Organisation ein Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) vorweisen kann, steht man immer auf der sicheren Seite”, sagt der Generalsekretär des Bundesverbands Deutscher Stiftungen, Professor Hans Fleisch. Das Siegel garantiere Seriosität und werde bei gegebenem Anlass auch wieder entzogen.

Das DZI sei auf alle Fälle die erste Adresse, um sich über Spendenorganisationen zu informieren - auch über solche, die kein Siegel tragen. „Dort kann man telefonisch Auskünfte einholen”, sagt Fleisch. Die Mitarbeiter hätten einen sehr guten Überblick über die Spendenszene in Deutschland. Fleisch unterstreicht: „Wenn schwarze Schafe aktiv sind, bekommt das DZI das recht schnell mit.” Die Zahl der Betrüger unter den bundesweit mehr als 500.000 gemeinnützigen Vereinen sei im übrigen aber „äußerst gering”, sagt er.

Er weist außerdem darauf hin, dass eine Organisation ohne Siegel nicht per se unseriös sei. Kleine, lokal oder regional verwurzelte Initiativen würden bei der Siegelvergabe grundsätzlich nicht berücksichtigt. Ein Tipp des Spendenexperten: „Hier sollten Spender solche Gruppen auswählen, deren Arbeit sie kennen und mitverfolgen können, lokale Fördervereine von Schulen und Vereinen zum Beispiel.” Hingegen rät Fleisch davon ab, sich in Fußgängerzonen von Spendensammlern zu Zahlungen überreden zu lassen.

Um die Seriosität einer Spendenorganisation einzuschätzen, sei es mitunter hilfreich zu schauen, ob diese von inländischen Persönlichkeiten als Werbeträger unterstützt werde. „Denn ein ehemaliger Bundespräsident wird sicher nicht riskieren, seinen Ruf wegen einer zweifelhaften Einrichtung zu verlieren”, erläutert Fleisch. Zur Vorsicht rät er bei Recherchen im Internet: „Schwarze Schafe können potenzielle Opfer mit schönen Webseiten blenden.” Zur Höhe von Spenden sagt Fleisch: „Man sollte geben, so viel man erübrigen kann, ohne die eigenen Reserven anzutasten.” Auch nach unten gebe es keine Grenze: „Jede Spende hilft”, animiert er. Rechtlich sehe es so aus, dass maximal ein Fünftel der Jahreseinkünfte steuerlich abgesetzt werden könne.