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Los Angeles: „Scotty” fliegt zu den Sternen

Los Angeles : „Scotty” fliegt zu den Sternen

Diesmal soll es endlich soweit sein: Die Asche von James Doohan, besser bekannt als Chefingenieur „Scotty” des Raumschiffs Enterprise, wird am Samstag ins All geschossen.

Ihr Mann Jimmy habe die Raumfahrt geliebt, er habe für sie gelebt, begründete seine Witwe Wende die ungewöhnliche Bestattung. Sie will dabeisein, wenn die Rakete mit seiner Asche in den Weltraum startet. Doohan alias Montgomery „Scotty” Scott war im Juli 2005 im Alter von 85 Jahren gestorben. Seine Asche sollte schon im Dezember 2005 und dann im Oktober vergangenen Jahres ins All reisen, doch wurde der Termin immer wieder verschoben.

Doohan ist nicht der Einzige, der nach dem Tod ins All geschossen werden wollte. Insgesamt schickt die Firma Space Services (SSI) am Samstag die Asche von rund zweihundert Menschen in den Weltraum - oder zumindest einen symbolischen Teil davon.

Ein Gramm Asche in einer Kapsel transportiert die Rakete „SpaceLoftXL” von jedem Gestorbenen. Die Angehörigen zahlen 495 Dollar (rund 360 Euro) dafür. Allerdings bleiben die Kapseln nicht im Weltraum, sondern segeln an einem Fallschirm wieder zur Erde zurück. Space Services sammelt sie dann ein und gibt sie den Hinterbliebenen zurück.

Wenn die Rakete in der Nähe von Las Cruces im US-Bundesstaat New Mexico gezündet wird, hat sie neben Doohans Kapsel auch die Asche des Astronauten Gordon Cooper an Bord - sowie von Buchhaltern, Ärzten, Musikern und anderen Liebhabern des Weltraums, wie die Firma Space Services erklärt. Vorher hatte sie schon die Asche von „Star-Trek”-Erfinder Gene Roddenberry und US-Schriftsteller Timothy Leary ins All befördert.

Doohan spielte über fünf Jahrzehnte in rund 80 Kino- und Fernsehfilmen mit. Weltberühmt wurde er aber durch die Rolle des „Scotty”: Den Bordingenieur verkörperte er in mehr als 700 Folgen der Fernsehserie und zehn „Raumschiff Enterprise”-Filmen. Nicht nur bei Fans wurde der Befehl der Besatzungsmitglieder an ihn zum geflügelten Wort: „Beam me up, Scotty.”