1. Panorama

Hamburg: Reicher Sternschnuppenregen im August

Hamburg : Reicher Sternschnuppenregen im August

Der August ist wohl der aktivste Sternschnuppenmonat. In seinen lauen Sommernächten sind besonders viele Meteore zu sehen. Zwischen dem 10. und 14. August entfaltet der Sternschnuppenstrom der Perseden seine größte Tätigkeit.

Helle Objekte, so genannte Boliden oder Feuerkugeln, sind keine Seltenheit. Als schönster und reichster Strom des Jahres bescheren uns die Perseden bis zu 110 Meteore pro Stunde. Ihren Namen leiten sie vom Sternbild Perseus ab, dem die Sternschnuppen zu entströmen scheinen. Die beste Beobachtungszeit, um möglichst viele Perseden zu sehen, sind die Stunden nach Mitternacht.

Der abendliche Sternenhimmel zeigt noch eindeutig sommerlichen Charakter. Hoch im Süden steht das Sommerdreieck mit den hellen Sternen Wega, Deneb und Atair. Weit im Westen ist noch der rötliche Arktur im Rinderhirten zu sehen, während im Osten bereits das Herbstviereck oder Pegasusquadrat emporsteigt. Im Südwesten steht der Skorpion, der sich allerdings schon kurz vor dem Untergang befindet. Im Süden schreitet der Schütze durch den Meridian, ihm folgen im Südosten Steinbock und Wassermann.

Der Große Wagen sinkt zum Nordwesthorizont hinunter, während im Nordosten die Kassiopeia, das Himmels-W, emporsteigt. Der nach Venus hellste Planet, der glänzende Jupiter, beherrscht die abendliche Himmelsszenerie.

Mit Einbruch der Dunkelheit sieht man den größten der acht Planeten unseres Sonnensystems halbhoch im Süden. Schon in einem Fernglas sind die vier großen Jupitermonde zu erkennen. Sie umtanzen den Riesenplaneten als feine Lichtpünktchen. In der Nacht vom 21. auf 22. August zieht der zunehmende Halbmond am Jupiter vorbei. Aus der zweiten Nachthälfte hat sich der Riesenplanet zurückgezogen.

Planet der zweiten Nachthälfte ist nun der Mars. Im Laufe des August verlegt er seinen Aufgang in die Zeit kurz vor Mitternacht. Der Rote Planet nimmt weiter an Helligkeit zu und wird zu einem auffälligen Gestirn am Morgenhimmel. Zur Monatsmitte passiert Mars das Goldene Tor des Tierkreises, das vom Siebengestirn, den Plejaden, und den Hyaden, auch Regengestirn genannt, gebildet wird. Am 24. August zieht Mars fünf Grad nördlich an Aldebaran vorbei, dem Hauptstern des Stiers. Mars ist bereits deutlich heller als Aldebaran, der ebenfalls rötlich leuchtet.

An Aldebaran können Sternliebhaber jetzt gut die Marsbewegung von Woche zu Woche verfolgen. Am Morgenhimmel kann in den ersten drei Augusttagen bei guten Sichtbedingungen noch der flinke Merkur am Morgenhimmel tief im Nordosten erspäht werden. Der bläuliche Planet Neptun lässt sich im August am besten beobachten. Nach dem Prager Planetensturz, der Pluto zum Zwergplaneten werden ließ, ist Neptun der fernste Planet in unserem Sonnensystem.

Wegen seiner großen Entfernung ist Neptun allerdings so lichtschwach, dass er mit bloßen Augen nicht gesehen werden kann. Um den Planeten im Sternbild Steinbock aufzuspüren, benötigt man schon ein lichtstarkes Fernglas oder ein kleines Teleskop. Aber auch in großen Fernrohren zeigt sich der Neptunglobus lediglich als winzige, blaue Murmel. Um 1 Uhr erreicht Neptun im Süden seine höchste Position am Himmel.

Zur Monatsmitte, genauer am 13. August, steht er der Sonne am irdischen Himmel genau gegenüber. Uns trennen dann mehr als vier Milliarden Kilometer (genau 4343 Millionen Kilometer). Vier Stunden benötigt das Licht, um diese Strecke zu überbrücken. Der abnehmende Halbmond ist in den Morgenstunden des 7. August nahe dem Sternhaufen der Plejaden zu sehen - ein netter Himmelsanblick, da auch Mars mit von der Partie ist.

Zwischen 2 Uhr und 3.30 Uhr bedeckt der Mond einige Sterne der Plejaden, ein Vorgang, der sich gut mit einem Fernglas verfolgen lässt. Schon am 4. August kommt der Mond mit 368.890 Kilometer Distanz das erste Mal in Erdnähe. Am 13. August um 1.03 Uhr ist Neumond. In Erdferne befindet sich der Mond dann am 19. August, wobei ihn 404.620 Kilometer von uns trennen. Vollmond ist am 28. August um 12.35 Uhr. Der Erdtrabant wandert dabei in den Vormittagsstunden durch den Schatten unseres Planeten, es kommt zu einer totalen Mondfinsternis.

Die Finsternis bleibt aber in Mitteleuropa unbeobachtbar, weil der Mond bei uns noch vor Eintritt in den Erdschatten schon untergegangen ist. Am Monatsletzten kommt er mit 364.170 Kilometer Entfernung zum zweiten Mal im August in Erdnähe. Die Sonne wandert am absteigenden Ast ihrer Jahresbahn.

Am 11. August überschreitet sie die Grenze vom Sternbild Krebs zum Sternbild Löwe. Fast zeitgleich tritt sie in das Tierkreiszeichen Jungfrau. Die Mittagshöhe der Sonne geht um fast zehn Grad zurück, die Tageslänge schrumpft drastisch um fast eindreiviertel Stunden.