London: Rätsel der besonders guten Akustik ist gelöst

London : Rätsel der besonders guten Akustik ist gelöst

Antike griechische Theater verdanken ihre oft extrem gute Akustik einer effizienten Dämpfung niedriger Töne, die durch die regelmäßig angeordneten Sitzreihen zu Stande kommt. Die meist tiefen Störgeräusche werden dadurch herausgefiltert, und die Stimmen der Schauspieler sind daher auch aus großer Entfernung noch gut zu hören.

Das haben die Akustiker Nico Declercq und Cindy Dekeyser vom Georgia Institute of Technology in Atlanta bei Untersuchungen des berühmten griechischen Theaters in Epidauros herausgefunden. Die Wissenschaftler vergleichen den Effekt der Sitzreihen mit der Wirkung des geriffelten Schaumstoffs, der in Studios oder Akustiklabors störende Hintergrundgeräusche mindern soll. Die Sitzreihen dämpfen Frequenzen von unter 500 Hertz und damit die häufigsten Störgeräusche wie das Murmeln von Theaterbesuchern oder das Rascheln von Blättern und Gräsern im Wind, haben die Forscher festgestellt.

Diese Grenzfrequenz, bis zu der eine Dämpfung eintritt, sei ideal auf das Herausfiltern von Störgeräuschen abgestimmt, erklärt Declercq. Durch die Dämpfung werden zwar auch die tiefen Frequenzen in den Stimmen der Schauspieler entfernt, doch könne der menschliche Hörsinn diese fehlenden Töne ergänzen und so den Mangel kompensieren, erklärt Declercq.

Auf diese Weise sind die Stimmen von Schauspielern im bis zu 14.000 Menschen fassenden Epidauros-Theater auch in den letzten der bis zu 60 Meter von der Bühne entfernten Sitzreihen noch zu verstehen. Diese besondere Akustik des aus dem vierten Jahrhundert vor Christus stammenden halbkreisförmigen Theaters fasziniert die Menschen bereits seit vielen Generationen. So schrieb der römische Architekt Vitruv im ersten Jahrhundert nach Christus von der besonderen Harmonie des Baus, die die Stimme der Akteure verstärke. Andere spekulierten, dass der meist in Richtung des Publikums wehende Wind für die besondere Tonqualität verantwortlich sei.