Dortmund: Prozess um BVB-Anschlag: Torwart Bürki hatte danach Schlafstörungen

Dortmund : Prozess um BVB-Anschlag: Torwart Bürki hatte danach Schlafstörungen

Im Prozess um den Bombenanschlag auf die Mannschaft von Borussia Dortmund hat das Landgericht am Mittwoch mit der Befragung weiterer Fußballprofis als Zeugen begonnen. Torwart Roman Bürki sagte: „Wir haben einen lauten Knall gehört, am Anfang habe ich gedacht, ein Reifen wäre geplatzt.”

Nach dem Attentat vom 11. April 2017 sei er enorm schreckhaft gewesen und habe unter Schlafstörungen gelitten. Teilweise sei er bis heute beeinträchtigt, sagte der 27-Jährige. Wenn jemand hinter seinem Rücken etwas auf den Boden fallen lasse, zucke er zusammen und werde wütend.

Mit Tränen in den Augen hat auch Fußballprofi Raphael Guerreiro als Zeuge im Prozess ausgesagt. „Es ist für mich sehr schwierig, darüber zu sprechen”, sagte der Abwehrspieler am Mittwoch und wischte sich mit der Hand über die Augen. Das Angebot, die Befragung für eine kurze Zeit zu unterbrechen, um sich zu sammeln, lehnte Guerreiro aber ab. Im Moment der Bombenexplosionen habe er große Angst verspürt, sagte er weiter. Niemand habe gewusst, was noch passieren würde. Die ganze Mannschaft sei sehr schockiert gewesen.

Fußballprofi Shinji Kagawa von Borussia Dortmund hat nach dem Bombenanschlag nach eigener Aussage unter Schlafstörungen und Angstzuständen gelitten. „In den zwei Wochen danach war es sehr schwer”, sagte der 29-Jährige am Mittwoch. Vor allem im Auto und in seiner Wohnung habe er oft große Angst gehabt. Heute belaste ihn das Geschehen aber nicht mehr.

Fußballprofi Nuri Sahin von Borussia Dortmund hat nach eigenen Angaben mit den Erlebnissen beim Bombenanschlag auf die Mannschaft abgeschlossen. „Ich habe für mich einen Weg gefunden, damit umzugehen”, sagte der 29-Jährige am Mittwoch als Zeuge vor dem Dortmunder Landgericht aus. Sahin räumte aber ein: „Das ist natürlich etwas, das ich nie mehr vergessen werde. Viele Dinge in meinem Leben haben sich heute relativiert, weil es ja auch ganz anders hätte ausgehen können.” Psychologische Hilfe hat der Fußballer nicht in Anspruch genommen. Der Verein habe der Mannschaft diese jedoch angeboten.

Das Dortmunder Landgericht hört am Mittwoch Zeugen, die im Mannschaftsbus saßen, als am 11. April 2017 unmittelbar nach der Abfahrt am Teamhotel zum Champions-League-Heimspiel gegen AS Monaco drei Sprengsätze explodierten. Dabei wurden der damals noch für Dortmund spielende Marc Bartra und ein Polizist verletzt.

Der Angeklagte Sergej W. hat bereits gestanden, die Tat verübt zu haben, weil er mit Optionsscheinen auf einen fallenden Kurs der BVB-Aktie gesetzt hatte. Der 29-Jährige beteuert jedoch, dass er niemanden töten oder verletzen wollte.

(dpa)
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