Auch in NRW: Poller und Kameras sollen Weihnachtsmärkte vor Terror schützen

Auch in NRW : Poller und Kameras sollen Weihnachtsmärkte vor Terror schützen

Alle Jahre wieder: In diesen Tagen starten in vielen deutschen Städten die Weihnachtsmärkte. Auch die Sicherheit ist wieder ein Thema - der Terroranschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz liegt fast zwei Jahre zurück.

Wegen der Terrorgefahr stehen speziell die großen Märkte in BERLIN unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen. So ist der ganze Breitscheidplatz am Ku'damm mit schweren Sperren aus Gitterkörben abgeriegelt worden. Fußgängerzugänge und andere Zufahrten wurden mit extra Pollern und Betonsockeln zugestellt. Die Sperren sollen Schutz gegen Terroranschläge mit bis zu 40 Tonnen schweren Lastwagen bieten. Auf dem Breitscheidplatz hatte vor zwei Jahren ein islamistischer Terrorist mit einem entführten Lastwagen einen Anschlag verübt. 12 Menschen starben, mehr als 70 wurden verletzt.

Bäume statt Betonpoller heißt die Devise in NÜRNBERG auf dem Christkindlesmarkt: Die Stadt will mobile Christbäume aufstellen und damit kleinere Zufahrtswege blockieren. „Betonpoller wären bei uns auch nur mit sehr großem Aufwand zu installieren, die ganze Altstadt wäre für den Bau vermutlich lahmgelegt“, sagte die Leiterin des Bürgermeister- und Presseamtes, Christine Schüßler. Ohnehin sei die Altstadt an vielen Stellen sehr verwinkelt, so dass man hier kaum mit hohen Geschwindigkeiten auf den Markt zufahren könne. Dort wo dies möglich sei, stelle die Polizei erneut große Fahrzeuge in den Weg.

In DRESDEN wird an diesem Mittwoch (28. November) der 584. Striezelmarkt öffnen. Auf dem Markt will die Polizei mit einer mobilen Polizeiwache für Sicherheit sorgen, auch Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes und des Ordnungsamtes sind im Einsatz. Zudem sollen wie in den vergangenen Jahren Betonelemente vor Attacken schützen. Neu sind zwei mobile Schranken an den Zufahrten und mit Wasser gefüllte Indutainer, faltbare Container, sowie mobile Fahrzeugsperren.

Auch in Nordrhein-Westfalen bringt die Weihnachtsmarktsaison neue Sicherheitskonzepte. BOCHUM zum Beispiel versperrt die Zufahrten zur Innenstadt mit Dutzenden Wassersäcken, die sogar Lastwagen aufhalten sollen. Das zertifizierte System ersetze die bisherigen Sandsäcke, sagte ein Sprecher von Bochum Marketing kürzlich. Die Stadt setzt zudem an drei Punkten Sperren ein, die sich von Fahrzeugen nicht durchbrechen lassen. Die Barrieren stammten aus Israel und ähnelten Gattern, die sich beim Aufprall verformen und einen Angriff aufhalten, sagte der Sprecher. Die Sicherheitskonzepte der Weihnachtsmärkte in der DÜSSELDORFER Altstadt und der Innenstadt sehen verstärkt zivile und uniformierte Einsatzkräfte vor und auch eine Gefahrenabwehr durch Betonklötze.

In Niedersachsen stehen viele Weihnachtsmärkte unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen. In HANNOVER wird eine Polizeiwache in einem Container am Rande des Weihnachtsmarktes aufgestellt. Auf Betonblockaden verzichtet die Landeshauptstadt bewusst. Der Weihnachtsmarkt sei sehr weitläufig, das mache das Absperren aller Zufahrten mit Pollern wenig sinnvoll, hieß es. In BREMEN werden Betonpoller ebenfalls abgelehnt. „Die bieten auch keinen absoluten Schutz“, sagte Polizeisprecher Nils Matthiesen. Außerdem gebe es dafür nicht genügend Platz. Stattdessen setzt die Polizei auf die Zusammenarbeit mit privaten Sicherheitsleuten und mobile Sperren für den Notfall. In OLDENBURG nutzen Beamte zusätzlich Videokameras zur Überwachung.

Informationen per App, Kamera-Überwachung und die inzwischen bekannten Betonsperren: Mit zahlreichen Mitteln versuchen Veranstalter und Polizei die Sicherheit des FRANKFURTER Weihnachtsmarkts zu gewährleisten. „Wir haben in den letzten Jahren derart aufgerüstet, mehr ist einfach nicht mehr möglich“, sagte der Veranstaltungsleiter des Marktes, Kurt Stroscher. Als Steigerung könne man den Weihnachtsmarkt nur noch absagen oder in einem Kasernenhof stattfinden lassen.

In HAMBURG bleibt das Sicherheitskonzept laut Polizeisprecherin Heike Uhde „vom Aufbau her ähnlich wie letztes Jahr“. Uhde begründete das mit einer weitgehend unveränderten Einschätzung der Sicherheitslage. Wie bereits 2017 sollen einzelne Standorte auch in diesem Jahr mit Betonpollern geschützt werden. Die Hamburger Polizei setzt außerdem auf „sichtbare Präsenz“ der Beamten vor Ort.

Auf dem größten Weihnachtsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern in ROSTOCK wurden nach Angaben des Veranstalters die Betonpoller zur Abwehr von Lastwagen durch Stahlpoller ersetzt. Neben einem privaten Sicherheitsdienst sei auch die Polizei im Einsatz.

Auch in Rheinland-Pfalz und dem Saarland sind die Sicherheitsvorkehrungen auf den großen Weihnachtsmärkten in diesem Jahr wieder hoch. Laut Polizei sind verstärkt uniformierte Beamte und ihre zivilen Kollegen im Einsatz. In TRIER sind an den Samstagen zudem Streifen mit Beamten aus Luxemburg und Frankreich unterwegs. Viele Städte stellen erneut Betonblöcke auf, um Zufahrtswege zu blockieren. Der MAINZER Weihnachtsmarkt wird erstmals videoüberwacht.

(dpa)
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