1. Panorama

Hamburg/Berlin: Partys zum Jahreswechsel: Von rasant bis riesig

Hamburg/Berlin : Partys zum Jahreswechsel: Von rasant bis riesig

Silvester in der Schneehütte, unterm Sternenhimmel oder auf Schienen: Die Angebote für den Jahreswechsel sind auch in diesem Jahr vielfältig. In den großen Städten locken Feuerwerke zu traditionellen Straßenfesten.

Tristesse dagegen in Paris: Dort sind sämtliche private Knallereien verboten worden, ein großes Feuerwerk ist nicht geplant. Den Prognosen der Meteorologen zufolge wird es in der letzten Nacht des Jahres recht mild und überwiegend trocken bleiben. Erst Anfang 2008 stünden frostige Tage bevor, teilte der Wetterdienstes meteomedia mit.

Die bundesweit größte Fete startet am Brandenburger Tor in Berlin. Dort haben die Veranstalter Buden und Bühnen auf einer zwei Kilometer langen Festmeile bis zur Siegessäule aufgebaut. Rund eine Million Besucher werden erwartet. Um Mitternacht sollen bunte Blumen, Goldregen und blinkende Sterne über dem Brandenburger Tor leuchten, DJs und Bands werden die Besucher in Partystimmung versetzen. Auf der Hauptbühne geben in diesem Jahr vor allem Casting-Bands wie Monrose und Room 2012 den Ton an.

Für einen weißen Rutsch auch bei miserablem Wetter ist in der Düsseldorfer LTU-Arena gesorgt. Selbst der Dress-Code für die Gäste wurde dem Party-Motto „Sensation White” angepasst. Warm anziehen müssen sich dagegen die vielen tausend Feiernden, die sich in Köln auf den Rheinbrücken versammeln. In Dortmund verspricht eine Party auf dem Florianturm eine Top-Aussicht über das mitternächtliche Lichterspektakel.

Deutlich besinnlicher wird der Beginn des neuen Jahres in der Alten Nikolaikirche am Frankfurter Römerberg gewürdigt. Hier werden am Montag 2008 Kerzen und Teelichter aufgestellt. Weniger den inneren Werten als dem äußeren Schein ist die Silvesternacht im Münchner P1 gewidmet. Die Nobel-Disco lädt zur „Golden Fete” mit exquisitem Buffet.

Wer es lieber nostalgisch mag, kann Silvester auch am Isartor feiern. Die Veranstalter werben mit der „größten Feuerzangenbowle der Welt”. Die Westfrankenbahn in Aschaffenburg hat eine rollende Silvesterparty organisiert. Rund 140 Feiernde können im „Event-Zug” im Stil des Orient-Express unter Baldachinen ein Büfett genießen.

Für verschneite Landschaften ist dabei allerdings nicht garantiert - anders als beim Jahreswechsel auf der Zugspitze. Auf dem höchsten Berg Deutschlands öffnet am 31. Dezember das winterliche Igludorf. Die Gäste übernachten in Schneehäusern und können sich im geheizten Whirlpool unter freiem Himmel amüsieren.

Nicht zum Bad, sondern zu einem Lichterspektakel lädt dagegen das Ostseebad Warnemünde ein. Die Inszenierung „Leuchtturm in Flammen”. aus Musik, Licht und Feuerwerk steht in diesem Jahr unter dem Motto „Mit Liebe und Leidenschaft ins neue Jahr”. Musikalisches Hauptmotiv ist der „Bolero” von Maurice Ravel.

Über den Erfolg entscheidet vor allem das Wetter: Im vergangenen Jahr musste die Feier wegen Sturms kurzfristig abgesagt werden. Auf gutes Wetter sind auch die vielen tausend Menschen angewiesen, die das neue Jahr an den Landungsbrücken im Hamburger Hafen begrüßen. Ausweichmöglichkeiten dürfte es für die Freiluft-Partymacher kaum geben: Im angrenzenden Vergnügungsviertel St. Pauli ist an Silvester regelmäßig die Hölle los.

Auch in anderen europäischen Ländern wird der Jahreswechsel zünftig gefeiert. In Griechenland bereiten sich die Menschen auf die traditionellen Silvester-Zocken-Partys vor: Allerorten - auch in Krankenhäusern und Polizeistationen - wird dann mit Karten oder am Roulette-Tisch gespielt. Schätzungen zufolge werden bei den Spielen mehrere hundert Millionen Euro umgesetzt. In Prag ist ein 1000 Sekunden langes Feuerwerk bei der Karlsbrücke geplant.

Noch einige Nummer größer fällt die Party in New York aus. Mehr als eine Million Menschen werden zur traditionellen Silvesterfeier auf dem Times Square im Herzen der Stadt erwartet. Zum 100. Mal sinkt um Punkt Mitternacht - sechs Stunden nach der deutschen Zeit - wieder die glitzernde Zeitkugel von einem Fahnenmast herab. Zum Jubiläumsjahr ist die Kristallkugel größer und doppelt so hell wie bisher - dank 9576 neuer Leuchtdioden.

So mancher würde bei diesen Partyaussichten wohl gern von einer Feier zur nächsten reisen. Gleich mehrfach aufs neue Jahr anzustoßen, ist - wenn auch ohne Alkohol - allerdings nur den drei Astronauten auf der Internationalen Raumstation (ISS) vergönnt. „16 mal umkreisen sie in 24 Stunden die Erde, sie könnten also theoretisch 16 mal feiern”, erklärte ein Sprecher der US-Weltraumbehörde NASA in Houston.