Lüttich: „Pädophile Neigungen“: Frau tötet 98 Jahre alten Nachbarn

Lüttich: „Pädophile Neigungen“: Frau tötet 98 Jahre alten Nachbarn

Ein spektakulärer Mordprozess hat am Mittwoch vor dem Lütticher Strafgericht begonnen. Eine 49-jährige Frau aus der Ortschaft Trooz ist angeklagt, ihren damals 98 Jahre alten Nachbarn getötet zu haben. Es soll sich um einen Racheakt gehandelt haben - der Mann habe sie als Kind missbraucht.

Der Mord ereignete sich bereits im September des letzten Jahres in dem Ort, rund zehn Kilometer südwestlich von Lüttich. Mehrere belgische Medien berichten über den Prozess vor dem Lütticher Gericht. In der Verhandlung gab die Angeklagte an, dass der Mann sie bereits als siebenjähriges Kind mehrfach missbraucht habe. Somit habe er „den Tod verdient“ gehabt.

Ein Zeuge hatte demnach gegenüber der Polizei bestätigt, dass der Ermordete pädophile Neigungen gehabt haben soll. Bei der Anhörung sagte er, dass der Tote in seinem Familienkreis dafür bekannt gewesen war. Deswegen hatten einige Familienmitglieder beschlossen, den Kontakt mit ihm abzubrechen. „In der Familie war bekannt, dass er ein pädophilies Problem hatte”, sagte der Zeuge. Es wurde sogar davor gewarnt, Kleinkinder mit ihm alleine zu lassen.

Am Donnerstag werden die Plädoyers gehalten. Außerdem soll die Angeklagte psychatrisch untersucht werden. Der Frau droht eine lebenslange Haftstrafe. Vor Gericht soll sie keine Reue gezeigt haben.

(red)
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