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Papenburg: Ozeangigant „World Dream” quetscht sich durch die Ems

Papenburg : Ozeangigant „World Dream” quetscht sich durch die Ems

Das neue Kreuzfahrtschiff „World Dream” hat die Meyer Werft verlassen und ist auf der schmalen Ems Richtung Nordsee unterwegs. Am Sonntagvormittag zogen Schlepper den Ozeanriesen aus dem Papenburger Hafen. Hunderte Neugierige schauten zu, wie die „World Dream” ablegte.

Auf dem Weg ins niederländische Eemshaven fährt das 335 Meter lange Schiff an Weiden und Felder vorbei und muss drei Nadelöhre passieren. Am Nachmittag erreichte es die seit einem Schiffsunfall teilweise zerstörte Friesenbrücke nahe Weener. Weitere knifflige Stellen sind die Jann-Berghaus-Brücke in Leer sowie das Emssperrwerk in Gandersum.

Für die Überführung der „World Dream” wurde die Ems auf einer Länge von mehr als 30 Kilometern aufgestaut, damit das Riesenschiff genug Tiefgang hat, um zur Nordsee zu fahren. Seit Inbetriebnahme des Sperrwerks im Jahr 2002 sind nach Angaben des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) bereits 35 Schiffe aus der Meyer Werft überführt worden.

Der Weg der „World Dream” zur Nordsee kann im Livestream des NDR Niedersachsen verfolgt werden. Es sollte am Sonntagabend gegen 22.00 Uhr am Emssperrwerk ankommen und am Montag um 18.00 Uhr in Eemshaven anlegen. Die asiatische Reederei Dream Cruises will mit dem Luxusliner künftig von China aus unter anderem Vietnam und die Philippinen anlaufen.

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel forderte die Verantwortlichen der Meyer Werft sowie die Reeder von Kreuzfahrtschiffen auf, sich für den Verzicht von Antriebstechnologien einzusetzen, bei denen Schweröl verwendet wird. Die Verbrennung der Reststoffe aus der Erdölraffinerie mit hohen Anteilen an Schwefel und Schwermetallen mache die Schiffe zu „schwimmenden Müllverbrennungsanlagen”, sagte der Grünen-Politiker am Sonntag.

Auch die „World Dream” präsentiere sich mit ihren umwelt- und klimaschädlichen Komponenten eher als „maritimer Alptraum”, wenn die Schiffsmotoren mit Schweröl betrieben würden, sagte der Minister.

(dpa)