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Los Angeles: Orangefarbene Knastkluft für Paris Hilton: Der Countdown läuft

Los Angeles : Orangefarbene Knastkluft für Paris Hilton: Der Countdown läuft

Die Partynächte von Paris Hilton sind vorerst gezählt: Bis spätestens Mitternacht an diesem Dienstag muss die 26- Jährige im Frauengefängnis der kalifornischen Kleinstadt Lynwood einchecken, weit ab von Hollywoods schicken Shoppingmeilen. Dann beginnt für den Star der TV-Show „Simple Life” tatsächlich das einfache Leben:

Um 6 Uhr früh geht das Licht in der Zelle an. Frühstück bis 7.30 Uhr. Zum Mittagessen ein Sandwich, ein Apfel und ein Keks. Dinner ab 16 Uhr. Punkt 22 Licht aus und ab auf die Pritsche.

„Wir wissen noch nicht, ob Hilton eine Mitbewohnerin haben wird”, erzählte Sheriff Steve Whitmore unlängst dem Internetdienst „E!Online”. „Es kann sehr gut sein, dass sie eine Zelle für sich hat.”

Fest steht dagegen, dass die Verkehrssünderin, die trotz einer laufenden Bewährungsstrafe wegen Alkohols am Steuer mehrfach ohne Führerschein erwischt worden war, mindestens 23 Tage absitzen muss.

„Sie hat alles missachtet und ist einfach weiter Auto gefahren”, wetterte Richter Michael Sauer Anfang Mai bei der Urteilsverkündung in Los Angeles. Er hatte der millionenschweren Hotelerbin 45 Tage aufgebrummt. Bei guter Führung dürfte sie nach gut drei Wochen die orangefarbene Knastkluft wieder ablegen.

Ein Ausweichen auf ein komfortableres Promi-Gefängnis oder Sozialdienst als Ersatz lehnte das Gericht ausdrücklich ab. Glaubt man der Rechtsanwältin Dana Cole, dann wird Hilton an einen „ekeligen, höllischen Ort” geschickt. „Die Verhältnisse sind miserabel, die Gefangenen müssen unter tröpfelndem Wasser kalt duschen, und das Essen ist ungenießbar”, schilderte sie auf der Internetseite www.people.com.

Wahrlich kein Hilton-Hotel: Handys sind verboten, nicht mal ein Fernsehen steht in der Zelle. Doch ein Trostpflaster für Paris: „Sie kann von ihrer Zelle den Fernseher auf dem Flur sehen”, versichert Sheriff Whitmore.

Die Haftanstalt hat für 2300 Frauen Platz. Das Glamour-Girl wird in einer Abteilung für „besondere Bedürfnisse” untergebracht. Zwölf Zellen sind für prominente Gäste reserviert. Sie darf in ihrer eigenen Zelle speisen, ein Mal pro Tag ihren Anwalt sehen und am Wochenende von Freunden und Verwandten besucht werden.

„Na klar ist sie nervös”, sagte Nicole Richie unlängst über ihre „Simple Life”-Kollegin. Doch in den letzten Wochen konnte die Blondine ihre Aufregung zumindest beim Shoppen, im Fitness-Center und in den Nachtclubs von L.A. gut verbergen. Paparazzi erspähten sie kürzlich in einem Buchladen mit möglicher Gefängnislektüre, einer Bibel und einem Selbsthilfebuch für „Spirituelle Erleuchtung” unterm Arm.

Offenbar bemüht sich Paris um bravere Töne vor dem Haftantritt. Schon im Gerichtssaal stammelte sie unter Tränen, es tue ihr wirklich alles sehr leid. In einem Hilferuf im Internet appellierte sie an ihre Fans, beim kalifornischen Gouverneur Arnold Schwarzenegger um Gnade für sie zu bitten, doch kurz danach gab sie jeden juristischen Widerstand auf und zog ihre Berufung gegen das Urteil zurück.

„Ziemlich absurd” findet Nicky Hilton (23) die Tatsache, dass ihre ältere Schwester wegen eines Verkehrsvergehens hinter Gitter muss. Hollywoodstars wie Mel Gibson und Nick Nolte sind nach Trinkexzessen am Steuer immerhin mit Bewährungsstrafen davongekommen.

Die Schauspielerin Michelle Rodriguez saß im letzten Jahr nur einen Tag hinter Gitter, trotz einer 60-tägigen Strafe für betrunkenes Fahren. Wegen Überfüllung der Gefängnisse war sie schnell wieder auf freien Fuß gekommen.

Bei guter Führung dürfte Hilton spätestens ab dem 28. Juni wieder die Nächte durchfeiern. Sie hat bereits eine Einladung nach St. Tropez von dem österreichischen Hotelier und Unternehmer Günther Aloys, der Hilton als Werbegirl für ein Prosecco-Drink aus der Dose verpflichten konnte.

„Wenn sie die Strafe abgesessen hat, wollte sie Ende Juni Urlaub machen”, erzählte Aloys der US-Zeitschrift „People”. „Wir planen schon eine Party in St. Tropez.”