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Naaldwijk: Niederländische Blumenbörse gerüstet für Valentinstag

Naaldwijk : Niederländische Blumenbörse gerüstet für Valentinstag

Kurz vor dem Valentinstag wird es hektisch an einem der größten Blumenumschlagsplätze der Welt. Bei FloraHolland läuft das Geschäft auf Hochtouren. Rund sechs Milliarden Schnittblumen gehen jährlich durch die Hände der Mitarbeiter. Und der 14. Februar, an dem sich Liebende in aller Welt mit Blumen beschenken, ist auch in Naaldwijk das wichtigste Datum.

In dem kleinen Ort zwischen Rotterdam und Den Haag befindet sich die größte Niederlassung von FloraHolland, dem Weltmarktführer in der Blumenversteigerung mit einem Jahresumsatz von gut zwei Milliarden Euro.

Schon in aller Frühe wird es laut in den riesigen Hallen. Gärtner bringen ihre Ware, Lastwagen kommen vom Flughafen, wo über Nacht die aus Kenia, Israel und vielen anderen Ländern importierten Blumen eingetroffen sind. Früh um 6 Uhr beginnt der Verkauf in Form einer umgekehrten oder auch „holländischen” Versteigerung: Der Auktionator beginnt mit einem Höchstpreis, den er dann fallen lässt.

Das ist auf einer großen uhrenähnlichen Anzeige abzulesen. Sie gibt auch Informationen über die angebotene Ware, die auf automatisch gezogenen Karren zur Ansicht durch den Saal rollt. Die Käufer können mit einem Knopfdruck den Fall des Preises stoppen - wer zuerst drückt, hat den höchsten Preis geboten und erhält den Zuschlag.

Das geht rasend schnell. „Täglich wechseln hier 7500 Karren Schnittblumen und 3500 Karren Topfpflanzen den Besitzer”, verrät Arnold Hordijk, wirtschaftlicher Direktor von FloraHolland. „An unseren zehn Versteigerungsuhren gibt es im Schnitt alle drei Sekunden eine Transaktion.”

Der nahende Valentinstag treibt die Preise in die Höhe - um bis zu 60 Prozent über den Durchschnitt. Gefragt sind traditionell rote Rosen. Sie bestimmen dann das Bild in der Verteilerhalle, wohin die Karren nach der Versteigerung rollen. Da geht es zu wie im Ameisenhaufen. Mit kleinen elektrischen Zugmaschinen ziehen die Verteiler die Karren im Eiltempo umher. Anhand eines Laufzettels wissen sie präzise, wo was hingehört. „Nur 0,5 Prozent der Auslieferungen gehen fehl”, sagt Hordijk.

Schon wenige Stunden nach der Versteigerung sind die Blumen unterwegs zum Verbraucher. Mehr als ein Viertel des Exports geht nach Deutschland - allein von FloraHolland 1,5 Milliarden Schnittblumen und Topfpflanzen im vergangenen Jahr. Aber von Naaldwijk aus rollen die Blumentransporter auch bis Russland - laut Hordijk „ein ganz stark wachsender Markt”.

FloraHolland ist eine Genossenschaft von etwa 4000 Betrieben. Sie treten bis zu 2,5 Prozent ihres Umsatzes und einige Euro pro Partie bei der Versteigerung an die Organisation ab und brauchen sich dafür um die Vermarktung nicht mehr zu kümmern. Zudem garantiert ihnen die Genossenschaft eine schnelle Bezahlung. Für Termingeschäfte oder andere Transaktionen, die nicht für die Versteigerung geeignet sind, gibt es noch ein Vermittlungsbüro.

Die Globalisierung macht aber auch dem Platzhirsch auf dem Blumenmarkt zu schaffen. Immer häufiger finden Anbieter den direkten Weg zum Zwischenhändler. Mächtige Käufer drücken auf die Preise, die Kosten müssen gesenkt werden. FloraHolland und die niederländische Nummer zwei, Bloemenveiling Aalsmeer, haben sich daher zur Fusion entschlossen. Mit einem gemeinsamen Umsatz von dann knapp vier Milliarden Euro wollen sie ihre Position behaupten. Noch vor dem Valentinstag im kommenden Jahr sollen die Konkurrenten ein Paar werden.