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Winterberg: Neuer Trendsport aus den USA: Erster Mountainboardpark Deutschlands

Winterberg : Neuer Trendsport aus den USA: Erster Mountainboardpark Deutschlands

Lehmbrocken spritzen hoch in die Luft und drei junge Sportler rasen auf ihren „rollenden Snowboards” durch die Kurve. Sie erreichen nicht die optimale Geschwindigkeit, denn die Strecke durch den Wald ist nass vom vielen Regen.

Aber einige rasante Manöver und kleine Sprünge klappen vor der offiziellen Eröffnung des den Angaben zufolge ersten Mountainboardparks Deutschlands im sauerländischen Winterberg auch bei Regenwetter.

Mountainboarding ist eine Trendsportart aus den USA und noch relativ unbekannt in Deutschland. Aber das will der Betreiber des ersten deutschen Parks, Florian Leber, jetzt ändern. Ein Mountainboard ist eine Art Snowboard oder Skateboard, das durch luftgefüllte Reifen geländegängig gemacht wird.

Anders als beim Skateboard stecken jedoch die Füße des Fahrers in speziellen Laschen, die auf dem Board befestigt sind. „So gibt es Winterspaß mitten im Sommer”, sagt der 27-jährige, der als Geschäftsführer den Familienbetrieb Skilift Poppenberg GmbH in Winterberg leitet.

„Wir haben mit dem Moutainboardpark absolutes Neuland betreten. Für uns war wichtig, für den Sommer etwas zu finden, das sonst noch keiner hat”, betont Leber. Und Unterstützung und Zuspruch von Profis der Mountainboardszene hat er schon.

Die drei englischen Profis Tom Kirkmann, Jay Dickson und Stu Lugger sind sicher, dass die junge Sportart sich auch in Deutschland schnell zum Trend entwickeln wird. „Das ist die beste Piste, auf der ich jemals gefahren bin”, sagt Kirkmann. Und das soll etwas heißen, immerhin gilt er als einer der besten Mountainboardfahrer der Welt.

Obwohl die Mountainboarder auch in freier Natur fahren können, setzt Leber mit dem speziellen Park auf dem Winterberger Poppenberg darauf, dass es den Mountainboardprofis im normalen Gelände schnell zu langweilig wird und sie dann in den Park kommen.

Denn der erfüllt nicht nur entsprechende Sicherheitsvorkehrungen, sondern bietet den Sportlern eine Auswahl von fünf Strecken: die mit einer Länge von 1,2 Kilometern längste Boardercross-Strecke Europas mitten durch den sauerländischen Wald, zwei Anfängerhänge, eine kleine Boardercross-Strecke für Anfänger sowie eine Piste mit Sprungrampen für Fortgeschrittene und Profifahrer.

Rund ein Jahr hat es gedauert, den Park, der im Winter von Snowboardern genutzt wird, für den Sommerspaß umzubauen. Die Sprungrampen wurden aus Lehm geformt und mit Brechsand verstärkt. „Auch in der Wintersaison ist er nach wie vor ohne erneutes Umbauen nutzbar”, betont Leber. Damit den Sportlern nicht beim Anstieg am Berg die Luft ausgeht, können sie die Schlepp- und Sessellifte nutzen, wie es sonst die Wintersportler tun.

Wer bereits Skateboard- oder Snowboard-Erfahrung hat, kann Mountainboarding rasch lernen. „Im Durchschnitt dauert es mit etwas Erfahrung etwa einen halben Tag bis man den Dreh raus hat”, sagt Leber, der selbst seit einigen Jahren leidenschaftlich fährt. Außerdem würden dieselben Muskelpartien beansprucht, wie beim Snowboard- und Skateboardfahren.