1. Panorama

Neapel: Neapel: „Blutwunder des Januarius” frühzeitig eingetreten

Neapel : Neapel: „Blutwunder des Januarius” frühzeitig eingetreten

In der süditalienischen Hafenstadt Neapel hat sich am Samstagabend erneut das „Blutwunder des Heiligen Januarius” ereignet.

Zum Abschluss einer Prozession durch die Straßen des Zentrums teilte Kardinal Crescenzio Sepe mit, dass sich das in einer durchsichtigen Doppelampulle aufbewahrte Blut des frühchristlichen Märtyrers verflüssigt habe.

Diesmal habe die Verflüssigung bereits vor der Prozession eingesetzt, als er die Ampullen aus dem verschlossenen Safe hervorgeholt habe, betonte der Kardinal.

An der Prozession und der Zeremonie im überfüllten Dom von Neapel nahmen wieder Tausende von Gläubigen teil, darunter auch Bürgermeisterin Rosa Iervolino.

Wie die Verflüssigung des normalerweise in pulverisiertem Zustand befindlichen Blutes zustande kommt, ist bis heute unklar. Der im vierten Jahrhundert hingerichtete Heilige Januarius ist der Stadtpatron Neapels, seine Reliquien werden in einer Seitenkapelle des Doms aufbewahrt.

Die Verflüssigung ereignet sich jährlich zwei-, manchmal auch dreimal. Eine Verzögerung oder gar ein Ausbleiben des „Blutwunders” an den Gedenktagen des Heiligen wird von vielen Bewohnern der Stadt als böses Omen angesehen.

Die Prozession führte in diesem Jahr auch durch die Via Forcella. Dort war vor fünf Jahren ein kleines Mädchen bei einer Schießerei der Camorra ums Leben gekommen. Während des Gebetsgangs begrüßte Sepe den Vater des toten Mädchens.