Zermatt/St. Anton: Mit Tauwetter steigt Lawinengefahr in den Alpen

Zermatt/St. Anton : Mit Tauwetter steigt Lawinengefahr in den Alpen

Während manche Alpenorte in Österreich und der Schweiz unter Schneemassen versinken, steigt mit den Temperaturen auch in Deutschland die Gefahr von Lawinen.

In den bayerischen Alpen galt am Montag die Warnstufe vier von fünf, wie es vom dortigen Lawinenwarndienst hieß. Da es in den nächsten Tagen mild bleibe, werde auch die Lawinensituation weiterhin angespannt sein.

Ein Feuerwehrmann steht an einer gesperrten Straße in Zermatt. Der Wintersportort in der Schweiz ist von der Außenwelt abgeschnitten. Foto: Philippe Mooser

Tauwetter bringt außerdem wieder Hochwasser mit sich. So wurde etwa am Pegel Maxau in Karlsruhe für Montagabend erneut ein Stopp der Rhein-Schifffahrt erwartet. Wegen großer Abflussmengen warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) für den Schwarzwald und den südlichen Oberallgäu vor Unwettergefahr.

Die Straße von Täsch nach Zermatt ist wegen Lawinengefahr gesperrt. Foto: Philippe Mooser

Der Schweizer Wintersportort Zermatt war am Montag - bis auf Helikopterverbindungen - weiter von der Außenwelt abgeschnitten. Dort galt wie in weiten Teilen der Schweiz sogar die höchste Lawinenwarnstufe. Gäste und Einheimische wurden aufgerufen, sich lediglich in Gebäuden oder im Dorfzentrum aufzuhalten. Wanderwege blieben ebenso wie Straßen und Schienen gesperrt.

Ein Bildschirm informiert am 21. Januar in Zermatt über die Sperrung der Zugstrecke nach Täsch, Visp und Fiesch. Gäste und Einheimische wurden aufgerufen, sich lediglich in Gebäuden oder im Dorfzentrum aufzuhalten. Foto: Philippe Mooser

Das Tourismusbüro tröstete die Gäste mit Verweis auf andere mögliche Aktivitäten. Es gebe eine Kletterhalle, ein Kino, das Matterhornmuseum und die Möglichkeit, Billard zu spielen, sagte eine Sprecherin. Im Ort sind momentan etwa 9000 Touristen. Es ist unklar, wann sich die Situation wieder normalisiert. Zermatt war bereits in der ersten Januarwoche für einige Tage isoliert. Seit dem Lawinenwinter 1999 habe es nichts Vergleichbares gegeben, sagte eine Sprecherin des Schweizer Wetterdienstes.

Ein Schauffellader räumt im österreichischen Klösterle Schnee von einer Straße. Foto: Dietmar Stiplovsek

Auch in anderen Orten in der Schweiz und in Österreich blieb die Lage schwierig. Im österreichischen St. Anton und im Paznauntal mit dem Wintersportort Ischgl waren ebenfalls Tausende Touristen eingeschneit. Einige Bahnstrecken waren wegen Lawinengefahr gesperrt.

Einsatzkräfte der Feuerwehr befreien das Dach einer Kinderkrippe in Silz vom Schnee. Heftige Schneefälle im Westen Österreichs führten zu teils erheblichen Behinderungen. Foto: Www.Zeitungsfoto.At/Team

In den oberbayerischen Alpen gingen am Sonntag mehrere Lawinen ab. Ein 30-Jähriger starb kurz nach seiner Bergung im Krankenhaus. Der Mann aus Sachsen hatte eine Skitour im Geigelsteingebiet unternommen.

Auch in Italien war die Lawinenlage wieder angespannt. Wegen des vielen Neuschnees blieb das Skiresort Livigno in der Lombardei von der Außenwelt abgeschnitten. Die Zufahrtsstraßen waren wegen drohender Lawinen gesperrt worden, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Im Aostatal, wo am Montag gebietsweise die zweithöchste Gefahrenstufe galt, ging am Morgen in dem Ort Oyace zwischen Aosta und der Schweizer Grenze eine Lawine auf eine Straße ab und traf auch ein Haus. Es sei niemand verletzt worden, sagte der Bürgermeister Remo Domaine laut Ansa.

In der Slowakei kam es am Sonntag im Skigebiet Ziarska dolina im Westen der Hohen Tatra zu einem Unglück. Dort wurden zwei polnische Ski-Touristen von einer Lawine verschüttet - nach Angaben des Bergrettungsdienstes HZS konnte einer der beiden nur noch tot geborgen werden.

(dpa)
Mehr von Aachener Zeitung