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Rot am See: Mit dem Biertisch den Berg hinunter: Die Biertischbob-WM

Rot am See : Mit dem Biertisch den Berg hinunter: Die Biertischbob-WM

Auch wenn der Name es nahelegt, die „Biertischbob-Weltmeisterschaft” entstand nicht aus einer alkoholgeprägten Laune heraus. Vielmehr war ein Missgeschick beim Abbau einer Sitzgarnitur die Geburtsstunde der WM.

Erfunden hat die Veranstaltung, die im Winter zum zweiten Mal stattfinden soll, Eventmanager Klaus-Dieter Rupp aus Rot am See im Landkreis Schwäbisch Hall.

Er organisierte im vergangenen Jahr für einen Radiosender die Eröffnung der Skisaison im österreichischen Kühtai. Beim Abbau rutschte einem Helfer ein Biertisch aus der Hand und glitt einige Meter den Hang hinunter.

Rupp, der auch schon viele Ideen für Weltrekorde ausgeheckt hat, wurde sofort aufmerksam: Mit den Worten „Stellt euch doch mal drauf” habe er zwei Helfer auf die Holzkonstruktion geschickt, die dann knapp 30 Meter weit fuhr, berichtet der 51-Jährige.

„Dann habe ich gesagt, dass wir das noch ausbauen können”. Gesagt, getan: Zuhause angekommen, überlegte Rupp mit einem Bekannten, wie man die Biertische zum Wintersportgerät umfunktionieren kann. Sie polsterten die Metallteile, befestigten Schienen auf der Tischoberfläche und montierten eine Art Spoiler an die Vorderkante.

„Wichtig ist, dass es tatsächlich ein Biertisch ist und es auch bleibt”, sagt Rupp, der inzwischen die weltweiten Namensrechte für die „Biertischbob-WM” hat und sich auch schon selbst auf dem Gefährt versuchte.

„Es ist sehr schwierig zu lenken, das muss man durch Gewichtsverlagerung machen”, sagt er. Sieger wird, wer in zwei Wertungsdurchgängen die beste Zeit gefahren ist.

Bei der Premiere des Spektakels im vergangenen Jahr nahmen 25 Teams aus sieben Nationen teil, die sich jeweils zu zweit den Berg hinunterstürzten. Weltmeister wurde ein Teilnehmer aus Deutschland. Nach Angaben Rupps hat sich dieses Mal sogar ein Team aus Brasilien angekündigt.

Bei der zweiten Auflage am 13. Dezember in Kühtai sind erstmals auch Prominente mit am Start. „Wir haben dabei versucht, eine Mischung mit Regionalproporz zu kreieren”, verrät der Organisator und frühere Weltklassefechter.

So sind bei dem Ereignis sein früherer Mannschaftskollege, Fecht-Weltmeister und Olympiasieger Torsten Weidner aus Tauberbischofsheim, sowie der ehemalige Fecht-Weltmeister Ralf Bissdorf aus Heidenheim dabei. Dazu vertritt Judo-Weltmeister Ole Bischof aus Reutlingen die Farben Baden-Württembergs.

Das Feld wird komplettiert von weiteren Prominenten und denen, die sich dafür halten: von Dieter Bohlens Ex-Freundin Nadja „Naddel” Abd el Farrag, dem früheren RTL-„Dschungelkönig” Ross Antony sowie den Schauspielern Claus Wilcke und Martina Maurer („Marienhof”). Die Teilnehmer müssen auf dem exotischen Sportgerät einen Skihang hinunterfahren und eine Schanze bewältigen.

Derlei Promiflut hat ihre Wirkung nicht verfehlt. Über den Wettkampf werden Boulevardblätter und -sender berichten. Dabei fiel es gar nicht so leicht, Naddel und Co. vom Mitmachen zu überzeugen: ”Einigen Promis musste ich erstmal erklären, was eine Biertischbob-WM überhaupt ist„, berichtet der Organisator.

Eine Absage hat sich Rupp von Fernsehmoderator und ”Wok-WM„-Erfinder Stefan Raab abgeholt. ”Das war klar, dass er nicht kommt. Schließlich will der Sender ja seine eigenen Events vermarkten„, gibt sich Rupp verständnisvoll.

Dafür hat sich Rupp schon für eine neue Idee die Namensrechte gesichert: Im kommenden Jahr soll es bei einer ”Nudel und Pasta-WM„ einen Wettkampf um die besten Rezepte geben. Genaueres wird noch nicht verraten. Für die zweite ”Biertischbob-WM„ ist alles vorbereitet. „Das einzige, was wir jetzt noch brauchen, ist Schnee”, sagt der 51-Jährige.