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Missionspater soll mindestens zwölf Jungen missbraucht haben

Missionspater soll mindestens zwölf Jungen missbraucht haben

Wie der stellvertretende Leiter der deutschen Ordensprovinz „Missionare von der Heiligen Familie”, Pater Michael Baumbach, am Montag auf ddp-Anfrage mitteilte, hätten sich inzwischen zwölf Männer bei ihm gemeldet.

„Das sind aber sicher nicht alle Fälle”, sagte er. So habe der beschuldigte Ordensbruder in seiner kirchlichen Vernehmung durch eine pensionierte Kriminalhauptkommissarin eingeräumt, sich an neun Namen erinnern zu können, aber weitere Taten zugegeben. Die genaue Zahl sei aber nicht bekannt. „Er hat die Tragweite nicht gesehen”, fasste Baumbach die Aussagen des jetzt in einem Kloster in Nordrhein-Westfalen lebenden Mannes zusammen.

Zwar sind die zwischen 1972 und 1977 begangenen Taten inzwischen straf- und zivilrechtlich verjährt, trotzdem wird sich der Ordensbruder eventuell für die Missbrauchsfälle noch verantworten müssen.

„Der Vatikan kann die Verjährung im kirchenrechtlichen Sinne auf Antrag des Ordens aufheben”, erklärte der Pater. Diese Entscheidung müsse die kirchliche Untersuchungskommission und letztlich die Ordensleitung fällen. Dabei könne dem heute 71-Jährigen die Entlassung aus dem Klerikerstand drohen. „Schon jetzt ist aber klar, dass er nie wieder als Priester tätig werden wird”, versicherte Baumbach.