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Hamburg/Köln: Mark gegen Martin: Deutschland bekommt seinen vierten „Superstar”

Hamburg/Köln : Mark gegen Martin: Deutschland bekommt seinen vierten „Superstar”

Es wirkt schon ein bisschen wie Routine oder positiv ausgedrückt: Es hat Tradition. An diesem Samstag ermitteln die TV-Zuschauer mit ihren Anrufen bereits zum vierten Mal in der Geschichte des Privatsenders RTL den Sieger im musikalischen Castingwettbewerb „Deutschland sucht den Superstar” (DSDS).

Ob es Mark Medlock (28) oder Martin Stosch (16) ist, wird erst am späten Samstagabend feststehen. Eines gilt aber aber jetzt schon als sicher: Der Gewinner der gesamten Veranstaltung heißt RTL, denn der Kölner Privatsender hat mit der „Superstar” -Suche wieder sein Profil geschärft und höchstwahrscheinlich auch seinen Umsatz gesteigert.

Der Werbepreistarif, den RTL mittlerweile für die halbe Minute nimmt, liegt schon bei rund 76.000 Euro. Hinzu kommen die Erlöse, die der Sender durch die kostenpflichtigen Anrufe (50 Cent) erzielt. Die Zahl der Anrufe wird nicht veröffentlicht, sondern streng unter Verschluss gehalten.

Und weil die zur RTL-Gruppe gehörige Firma Grundy Light Entertainment die Show produziert, wird auch dieser Posten die Bilanz der großen Familie aufbessern. Betreuung und Entlohnung der Teilnehmer nehmen sich dagegen bescheiden aus: Jeder Auftritt der zehn Finalisten pro Mottoshow wird mit rund 1600 Euro Gage honoriert.

RTL durfte sich auch in der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit als Sieger fühlen. Denn dank der Diskussionen rund um „DSDS” wurde der Sender wieder zum Gesprächsthema, auch wenn RTL zum Teil hart an die Toleranz-Grenzen ging.

Zu Beginn der Show erregte Juror Dieter Bohlen den Unmut der Medienwächter, als er mit deftigen Sprüchen über einige junge Kandidaten lästerte. Kurz nach der drittletzten Ausgabe ließ RTL eine Bombe platzen, als bekannt wurde, dass der Sender sich vom Rockmusiker Max Buskohl trennte, weil der wiederum Bedingungen gestellt hatte. Für Buskohl rückte der vom Publikum abgewählte, blassere Martin Stosch nach, der aber dennoch über genügend Fans verfügte, um in der vorletzten Runde Lisa Bund rauszukegeln.

Das Publikum und die Experten haben bei der Suche nach einem neuen „Superstar” musikalisch ein Wechselbad der Gefühle durchgemacht. Denn mit Francisca Urio und zuletzt Lisa Bund haben zwei hoch begabte und von der Jury favorisierte Kandidatinnen das Feld räumen müssen, weil ihnen die Fans nicht den Rücken stärkten.

Damit wird wieder ein Mann „DSDS” -Sieger, bedingt durch den einfachen Umstand, dass deutlich mehr Frauen für ihre Lieblinge anrufen als männliche Fans. Dem Nachrücker Stosch war dies sogar peinlich: „Ich habe ein schlechtes Gewissen, Lisa hätte es mehr verdient, im Finale zu stehen, als ich”, zitierte RTL den jungen Mann aus Postau in Bayern.

Er muss nun gegen den haushohen Favoriten Mark Medlock aus Offenbach antreten, dem die Unterstützung von Juror Bohlen sicher ist, denn dieser wird dem Vernehmen nach Medlocks Musik in Zukunft produzieren. Deswegen hat er bereits Medlocks möglichen Siegertitel ( „Now or Never” ) geschrieben, den der Finalist am Samstag in der Finalshow (ab 20.15 Uhr) singen wird.

Außerdem tritt er mit „Wonderful World” von Louis Armstrong und „Easy” von Lionel Richie auf. Konkurrent Stosch versucht sein Glück mit „Life Is A Rollercoaster” von Ronan Keating, „Crazy Little Thing Called Love” von Queen und dem für ihn geschriebenen Titel „I Can Reach Heaven From Here”, geschrieben von Jörgen Elofsson und produziert von Peter Ries.