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Frankfurt: Lahm, Nowitzki und Co.: Wie Sportstars Weihnachten feiern

Frankfurt : Lahm, Nowitzki und Co.: Wie Sportstars Weihnachten feiern

Festbraten statt Kraftnahrung, ein Glas Wein satt isotonischer Getränke - und endlich mal die Beine hochlegen: Nach einem überaus ereignisreichen Jahr mit Olympischen Spielen, Fußball-EM und vielen Titelkämpfen freuen sich die deutschen Sportstars auf Weihnachten.

„Ich war dieses Jahr schon viel unterwegs. Deshalb bin ich froh, dass ich mal wieder ein bisschen zur Ruhe komme und mit meiner Familie und Freunden zusammen sein kann”, sagt Fußball-Bundestrainer Joachim Löw. Der stärkste Mann der Welt, Matthias Steiner, freut sich in seiner Heimat Obersulz/Österreich auf Karpfen serbischer Art. „Da schmücke ich auch den Weihnachtsbaum. Das macht der Chef”, meinte der Olympiasieger im Gewichtheben und „Sportler des Jahres”.

Vor allem die Bundesliga-Profis genießen in der ersehnten Winterpause die Feiertage. „In der Früh geh ich Skifahren, am Nachmittag dann nach Hause”, sagt Nationalspieler Philipp Lahm. „Dann wird mit Christbaum und Familie ruhig gefeiert.”

Bayern Münchens Coach Jürgen Klinsmann ist mit Ehefrau Debbie sowie Jonathan und Laila über Weihnachten nach Kalifornien geflogen, „die Kinder haben dort ihre Wurzeln”. Für den Nachwuchs gibts gleich zweimal Geschenke: Am Heiligabend wird deutsch gefeiert, am ersten Weihnachtsfeiertag amerikanisch.

In den USA ist auch Vedad Ibisevic, der Torschützenkönig der Bundesliga-Vorrunde: Der Bosnier besucht seine Familie in St. Louis. Mit gleich sieben Teamkollegen von Herbstmeister 1899 Hoffenheim und deren Freundinnen beziehungsweise Frauen verbringt er dann über Silvester ein paar Tage in New York. „Das habe ich im Profifußball noch nie erlebt”, meint Trainer Ralf Rangnick, erfreut über den Teamgeist.

Kaum fußballfreie Zeit kann Michael Ballack genießen: Der Nationalmannschafts-Kapitän hat mit dem FC Chelsea bereits am Freitag ein Heimspiel gegen West Bromwich Albion, zwei Tage später steht das London-Derby beim FC Fulham an. Nicht mal am Heiligabend kann Basketball-Superstar Dirk Nowitzki eine ruhige Kugel schieben.

„Wir fliegen am 24. Dezember nach Portland und spielen dort am nächsten Tag”, sagte der Würzburger vom NBA-Club Mavericks, der sich trotzdem über Besuch freut: „Meine Familie ist zu Weihnachten in Dallas. Die Weihnachtsgans werde ich also nicht vermissen müssen.”

Auf Einladung von Nowitzki hat Tischtennis-Ass Timo Boll nach fünf Turniersiegen bereits Mitte Dezember einige Tage in den USA ausgespannt. Die beiden hatten sich bei den Olympischen Spielen in Peking kennengelernt. Boll kämpft am Samstag mit seinem Club Borussia Düsseldorf bei der Pokal-Endrunde in Hannover um die Wiederholung des Vorjahresieges. Die Weihnachtstage verbringt der Weltranglisten- Vierte eher beschaulich mit Ehefrau Rodelia und den Familien im heimischen Höchst im Odenwald.

Nach seiner Fingeroperation kürzertreten muss Turn-Star Fabian Hambüchen. Obwohl der Reck-Weltmeister genau auf sein Gewicht achten will, werde er das Fest „mit einem Fondue und einem schönen Fleisch” genießen. Ganz ohne Sport gehts für Judo-Olympiasieger Ole Bischof selbst am 24. nicht. „Da gehe ich am frühen Morgen immer Joggen. Nach diesem Weihnachtsritual hat der Bauch dann Platz für die kommenden Tage.” Ein religiöses Ritual pflegt Eisschnellläuferin Anni Friesinger im Kreise ihrer Familie: „Um halb sechs beten wir den Rosenkranz. So wie wir es schon bei Oma und Opa gemacht haben.”

Eine schöne Tradition pflegt Maria Riesch: Die Skirennfahrerin feiert wieder zusammen mit ihrer härtesten Rivalin und Freundin Lindsey Vonn bei ihren Eltern in Garmisch-Partenkirchen. Zum ersten Mal ist auch Thomas, der norwegische Ehemann der Amerikanerin, dabei. „Lindsey macht das ganze Programm mit: Singen, Kirche, Geschenke auspacken, Ausgehen”, erzählt Riesch.