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Basel: Lady Di war seine Stammkundin

Basel : Lady Di war seine Stammkundin

Lady Diana war seine Stammkundin - „ich habe sie oft mit meinem Rolls Royce am Basler Flughafen abgeholt”, erzählt Johann Wanner. Auch das frühere US-Präsidentenpaar Clinton zählte zu den Fans von „Wanners Weihnachtshaus” in der Altstadt von Basel.

Damit dürfte er der bekannteste Weihnachtsmann der Schweiz sein - die „New York Times” nannte ihn „Father Christmas”. Seit fast 40 Jahren verkauft der bald 70-Jährige selbst entworfenen Christbaumschmuck - vor allem mundgeblasen und handgemalt, also in der Tradition des alten Glasbläserhandwerks.

Farben und Stimmungen

Vieles kommt noch heute aus der Region um Lauscha, dem Geburtsort des gläsernen Christbaumschmucks in Thüringen. „Ich arbeite wie ein Modeschöpfer”, sagt der meist schwarz gewandete Lebenskünstler, der sich nicht nur im Rolls chauffieren lässt, sondern sich auch auf eine Harley Davidson schwingt. „Ich ziehe Bäume an”, betont er. Trendscouts berichten ihm über Entwicklungen in der Modewelt, besonders was Farben und Stimmungen angeht. „Denn Farben sind ein Spiegel der Gesellschaft.”

Jedes Jahr kreiert Wanner neue Designtrends für den Weihnachtsbaum - 2008 sind es Kugeln in Pastelltönen mit weißen Punkten - „wie bei den Petticoats in den 60er Jahren”, sagt der Baumkünstler. Aber auch Silber sei eine aktuelle Trendfarbe. Wanner hat zwei Geschäfte in Basel und betreibt einen florierenden Großhandel. Von dort liefert er in alle Welt. Seine Petticoat-Kugeln gibt es in diesem Jahr bei Bergdorf Goodman in New York genauso zu kaufen wie im Kaufhaus Fortnum & Mason in London oder den Galeries Lafayette in Paris. Auch den päpstlichen Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz durfte Wanner schon einmal schmücken. Aber der Basler Botschafter des guten Weihnachtsgeschmacks will kein Prominentenausstatter sein, sondern bietet für jeden Geldbeutel und für all die, die das Fest so lieben wie er, etwas.

„Weihnachten hat mich seit meiner Kindheit angezogen.” An seine Anfänge erinnert sich Johann Wanner mit einigem Vergnügen. Der frühere Antiquitätenhändler aus der neutralen Schweiz hatte in der Zeit des kalten Krieges einen entscheidenden Vorteil. „Ich war eine Art James Bond der Weihnacht”, scherzt er. „Denn ich hatte die Lizenz zum Kaufen.” Die renommierten Glasbläser in der DDR oder in Polen und der damaligen CSSR arbeiteten für Wanner, der häufig nach Ostdeutschland reiste.

„Die Ausfuhrgenehmigung hatte ich exklusiv”, erinnert er sich. Johann Wanner ist nicht nur Weihnachtsbaum-Couturier, dessen Kreationen unter Umständen tausende Euro kosten können. Er hat auch ganz einfache Tipps, wie ein Weihnachtsbaum zu schmücken ist. Die großen Kugeln gehören nach unten und können auch mal in der Nähe des Stammes hängen; die mittleren Kugeln baumeln darüber, und die kleinen Schmuckstücke finden sich oben am Baum. Auf jeden Fall sollte der Weihnachtsbaum komplett rundherum geschmückt werden, um richtig wirken zu können. Und man sollte die Vorbereitung auf das Weihnachtsfest zelebrieren: „Zeitnehmen ist das Allerwichtigste.”