1. Panorama

Sydney: Justizirrtum: 87 Jahre nach dem Tod freigesprochen

Sydney : Justizirrtum: 87 Jahre nach dem Tod freigesprochen

Ein Australier ist 87 Jahre nach seiner Hinrichtung durch den Strang von jeder Schuld freigesprochen worden.

Der damals 28-jährige Colin Ross war nach einem Indizienprozess in Melbourne zum Tod am Galgen verurteilt worden, weil er ein zwölfjähriges Mädchen umgebracht haben soll. Zeugen gab es nicht; vielmehr konnte der Beschuldigte sogar ein Alibi nachweisen.

Doch ein einziges Indiz reichte damals aus, um ihn an den Galgen zu bringen: Angebliche Haare des Opfers Alma Tirtschke wurden an einer Decke in Ross Wohnung gefunden.

Wie sich nun herausstellte, war der Mann unschuldig. Neue forensische Untersuchungen ergaben, dass das Haar gar nicht von Tirtschke stammte. „Das ist ein tragischer Fall von Justizirrtum”, sagte der Generalstaatsanwalt des australischen Staates Victoria, Rob Hulls, einer Tageszeitung am Dienstag.

„Es soll all jenen eine Warnung sein, die immer noch glauben, dass die Todesstrafe einen Platz in unserem Rechtssystem haben sollte.”