1. Panorama

Berlin: Jacob-Schwestern und Hollywood: Bussi-Saison bei Berlinale-Partys

Berlin : Jacob-Schwestern und Hollywood: Bussi-Saison bei Berlinale-Partys

Unten stehen Joseph Fiennes und Diane Kruger im Blitzlicht, oben lassen zwei der Jacob-Schwestern für den Gang ans Buffet ihre Pudel in der Sitzecke zurück.

Leander Haußmann plaudert mit Doris Dörrie. Benno Fürmann und Jessica Schwarz haben einen drehfreien Tag und genießen diesen im Partygetümmel unter den Kronleuchtern im „Ritz Carlton”.

Die Berlinale ist auch „Bussi, Bussi” -Saison, was sich wie immer besonders gut im „Borchardt” beobachten lässt. Tagelang können sich Festivalbesucher bei den vielen in der Stadt verstreuten Feiern von Champagner und Häppchen ernähren, so sie denn auf der Gästeliste stehen. Manche planen es wie Schauspieler Richy Müller, der zwei Partys am Tag schaffen will: „Eine morgens, eine abends”.

Über Starmangel können sich Klatschreporter auch diesmal nicht beklagen. Clint Eastwood, Matt Damon, Robert De Niro und Jeff Goldblum waren schon da, am Montagabend verleihen Richard Gere, Sharon Stone und Catherine Deneuve der Gästeliste der Benefizgala „Cinema for Peace” den nötigen Glanz.

Cate Blanchett zieht bei ihrem Berlinale-Termin auf dem roten Teppich mit ungewöhnlichen Einblicken die Blicke auf sich: Ihr Kleid zeigt blanke Ellenbogen. Karl Lagerfeld, der in der Berlinale-Dokumentation „Lagerfeld confidential” Persönliches ausplaudert, trägt auch bei der Premierenparty selbstverständlich seine Sonnenbrille. „König Karl hält Hof”, stellt die „Berliner Zeitung” fest.

Bei der „VW People´s Night” im „Borchardt” ist am Freitagabend der Andrang groß. Das Restaurant verteidigt eisern den Platz als VIP- Kantine Nummer eins. Sönke Wortmann hat einen der raren Sitzplätze ergattert, Jasmin Tabatabai, Christiane Paul und Johanna Wokalek schieben sich durchs Gedränge. Über den Köpfen kreisen Mini-Schnitzel auf kleinen Tellern, an einem Stehtisch feiert ein Agent mit seinen jungen Schauspielern, die Champagnerflasche macht die Runde.

Dazu schrillen spitze Schreie des gegenseitigen Wiedererkennens durch das Gewühl, an der Garderobe kommen die Empfangsdamen ins Schwitzen.

Mittendrin zwei Regierungschefs: Klaus Wowereit und Christian Wulff. Mehr Platz gibt es im „Ritz Carlton”, wo am Wochenende mit „Movie meets Media” und dem Empfang des Medienboards Berlin-Brandenburg zwei VIP-Termine laden.

Für letzteren sind die vier Jacob Sisters - die vor Jahrzehnten für Ulrich Schamoni vor der Kamera standen - aus Frankfurt/Main angereist. Das blond gelockte Showquartett stimmt sich üblicherweise telefonisch ab, welches Outfit getragen wird. Das verrät Rosi, die zum Erkennen ein „R” um den Hals trägt. Pudel „Snoopy” guckt neben ihr aus der Hundetasche.

Schauspielerin Sandra Hüller ( „Requiem” ) hat am anderen Ende des Saals Spaß an dem Empfang. „Für mich ist das Neuland”, sagt sie. Letztes Jahr war sie wegen ihres Films im Wettbewerb viel zu beschäftigt für Partys und Glamour.

Ihre Kollegin Jessica Schwarz ( „Der Rote Kakadu” ) hat diesmal eigentlich keine Zeit zum Feiern und für Kinogänge, weil sie für eine Leander-Haußmann-Komödie, die Buchverfilmung von „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken”, vor der Kamera steht. Zum Empfang ist sie mit Kollegen gekommen.

Es sei „überhaupt kein Pflichttermin”, meint sie fröhlich. Am Sonntagabend standen dann noch die „Blue Bear Night” im „Sopranos” am Kurfürstendamm, der „Dom Perignon Salon” im „Hotel de Rome” und der traditionelle Empfang in der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen auf dem Programm. Gut für die Filmschaffenden, dass in der Geschenketüte bei der Festivaleröffnung auch eine Creme gegen Augenringe lag.