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Zwickau: In Zwickau treffen sich die Trabi-Fans aus aller Welt

Zwickau : In Zwickau treffen sich die Trabi-Fans aus aller Welt

Für die wahren Trabi-Enthusiasten führt am Wochenende kein Weg an Zwickau vorbei: Zum 14. Internationalen Trabantfahrer-Treffen (ITT) erwarten die Veranstalter in der sächsischen Heimatstadt des Zweitakters wieder rund 20.000 Besucher. Und in diesem Jahr soll das Kultauto ganz besonders gefeiert werden, denn der Trabi hat 50. Geburtstag.

Am 7. November 1957 lief der erste von mehr als drei Millionen Exemplaren in Zwickau vom Band. „Wir planen eine große Geburtstagsparty für den Trabi”, schildert Uta Pleißner vom Pressebüro des Festivals. Zu der Feier werden längst nicht nur „alte Ossis” erwartet. „Die Fangemeinde ist bunt gemischt”, erzählt Pleißner. „Der Trabi ist auch in Westdeutschland und sogar im Ausland Kult - bei Jung und Alt.” Trabi-Clubs gebe es mittlerweile fast in ganz Europa.

Zum Treffen in Zwickau erwarten die Veranstalter Gäste aus Tschechien, Ungarn, Dänemark, den Niederlanden und Belgien. Auch das mediale Interesse ist riesig. So haben sich ein Fernsehteam aus Australien und Reporter der „New York Times” angesagt.

„Der Trabi ist bis heute ein wichtiger Imagefaktor für unsere Stadt, er hat uns weltberühmt gemacht”, sagt Oberbürgermeister Dietmar Vettermann (CDU). Er selbst habe es im Ausland oft erlebt, dass die erste Assoziation bei Zwickau der „Volkswagen des Ostens” sei. Derzeit sind noch rund 52.000 Trabis beim Kraftfahrzeugbundesamt in Flensburg angemeldet - Tendenz sinkend. Dafür steigen die Preise für Ersatzteile. Wie jedes Jahr wird deshalb die Tauschbörse auf dem Trabi-Treffen wieder auf vollen Touren laufen.

Höhepunkt des Festivals soll am Sonntag eine Trabi-Parade durch die Stadt sein. Sie führt vorbei an den historischen Orten des Automobilbaus in Zwickau bis zum ehemaligen Sachsenringwerk, wo der Trabi einst gebaut wurde. Der letzte rollte dort am 30. April 1991 vom Band. Vor den Toren wollen die Teilnehmer der Parade mit ihren Autos ein riesiges Sachsenring S - das Logo - mit einem Durchmesser von rund 80 Metern stellen.

Bereits am Samstagnachmittag ist im Festzelt auf dem Zwickauer Flughafen eine „Betriebsversammlung” der alten Sachsenring-Arbeiter geplant. „Das ist die Gelegenheit, alte Kollegen wiederzutreffen und in Erinnerung zu schwelgen”, sagt Pleißner. Natürlich wird auch eine große Geburtstagstorte angeschnitten. Diese soll so groß sein wie der kleine Trabant.

Mehr als 300 Autos sind für den traditionellen Wettbewerb „Super Trabi” angemeldet. In sechs Kategorien ermittelt eine Fachjury die schönsten Modelle. So gibt es eine Oldtimer-Klasse für alle Trabis, die zwischen 1957 und 1976 gebaut wurden. Auch die am besten aufgemotzten Trabis werden gesucht. Vor einigen Jahren gewann ein Teilnehmer, der an der Stelle des Beifahrersitzes einen 200 PS-Motor eingebaut hatte. Auch Cabrio-Trabis, die so genannten Kübel, liefern sich einen Wettbewerb.

Gesucht wird zudem eine Trabi-Queen und der Trabi-Champ. Diese sollen nicht nur gut aussehen, sondern auch über den Trabi Bescheid wissen. „So werden technische Fertigkeiten wie das Wechseln einer Zündkerze bewertet”, sagt Pleißner. Musikalischer Höhepunkt soll am Samstagabend der Auftritt der Ost-Rocker von „City” sein. Nebenbei gibt es Kino nonstop: In einem Zelt laufen ununterbrochen Filme über das 26-PS-Gefährt.