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Köln: In Luxus-Lokalen ist Rauchen längst verpönt

Köln : In Luxus-Lokalen ist Rauchen längst verpönt

Es ist soweit: Das Rauchen wird vom 1. September an in allen Bundesbehörden, öffentlichen Verkehrsmitteln, aber auch Taxis grundsätzlich verboten. Ein Rauchverbot in der Gastronomie hat der Bund jedoch den Ländern überlassen.

Hier kommt es erst nach und nach. Zum 1. Januar 2008 ist etwa im bevölkerungsreichsten Land Nordrhein-Westfalen ein weitreichendes Rauchverbot für die Gastronomie geplant. Der Landtag will es im September verabschieden. In der Spitzengastronomie ist es jedoch längst üblich, sich als Nichtraucher-Restaurant zu bezeichnen.

Gänseleber und Glimmstängel geht geschmacklich nicht gut zusammen - so könnte man die Meinung vieler Betreiber von Luxus-Lokalen auf den Punkt bringen. Eine Stichproben-Umfrage bei Sternelokalen deutschlandweit zeigt den Trend. So ist zum Beispiel in beiden Drei- Sterne-Restaurants in Bergisch-Gladbach bei Köln - im „Dieter Müller” im Schlosshotel Lerbach sowie im „Vendôme” im Grandhotel Schloss Bensberg - seit einigen Wochen das Rauchen strikt untersagt.

In Heinsberg an der niederländischen Grenze begründet die Chefin der „Burgstuben-Residenz”, Rosemarie Hensen, ihr vor kurzem eingeführtes Rauchverbot recht emotional: „Wenn das liebevoll gekochte Essen auf den Tisch kam und die Leute rauchten erstmal zu Ende und ließen es kalt werden, da bekam man manchmal einen Hals.” Sie meint, Rauchende bräuchten grundsätzlich stärker gewürzte Gerichte, was zu gehobener Küche kaum passe.

Der Patron des Hotels „Résidence” in Essen-Kettwig, Berthold Bühler, sagt: „In einem wirklich guten Restaurant stehen keine Aschenbecher auf dem Tisch.” Bühlers Restaurant führt zwei Michelin-Sterne und hat seit gut einem Jahr Rauch-Tabu. „Die Resonanz ist sehr gut.” Wer dennoch zwischen den Menü-Gängen rauchen wolle, könne in eine Lounge im ersten Stock gehen.

Die Mitbesitzerin des Restaurants „Balthasar” in Paderborn, Annekatrin Simon, hat beobachtet, dass seit den intensiven Diskussionen über ein Rauchverbot, die Qualmer rücksichtsvoller geworden seien. „Raucher gehen neuerdings sogar unaufgefordert raus.” Ähnlich sieht das der Küchenchef und Inhaber des „Charlemagne” in Aachen, Detlef Rams. Liliane Moissonnier vom gleichnamigen Kölner Gourmet-Lokal sagt: „Sogar Kettenraucher gehen heute vor die Tür und wir haben eine sauberere Atmosphäre.”

Das Rausgehen zum Rauchen, das demnächst überall normal werden könnte, bringt offenbar neue Verhaltensweisen hervor, wie Menschen aus Ländern mit bereits strikten Rauchergesetzen berichten. In Schweden oder Irland zum Beispiel hat das verschworene Rauchen (englisch „smoke”) vor Pub, Bar oder Gaststätte angeblich mehr Flirts zur Folge. Man spricht nun vom „Smirt”, wenn beim Anmachen der Zigarette kräftig angemacht wird.