Saarbrücken: Hilfsorganisation fordert: Schluss mit Aufruf „Brot statt Böller”

Saarbrücken: Hilfsorganisation fordert: Schluss mit Aufruf „Brot statt Böller”

Protest gegen „Brot statt Böller”: Der seit Jahren von Hilfsorganisationen genutzte Spendenappell ist nach Ansicht der „Aktion 3. Welt Saar” kontraproduktiv.

Der Aufruf sei „lustfeindlich” und verursache „politischen Flurschaden”, kritisierte der Geschäftsführer der Aktion, Roland Röder, am Wochenende in Saarbrücken. Der unterstellte Zusammenhang zwischen Silvesterfeuerwerk sowie Hunger und Armut in der Welt sei nicht vorhanden. „Genauso gut könnte man dazu aufrufen, keine Weihnachtsbäume oder Bücher zu kaufen”, so Röder.

Stattdessen fordert die „Aktion 3. Welt Saar” im Kampf gegen den weltweiten Hunger ein Umdenken bei der Agrarpolitik. Statt Liberalisierungen beim Welthandel und „Vorrangpolitik für Gentechnik” müsse die bäuerliche Landwirtschaft gegenüber der industriellen Landwirtschaft gefördert werden.

Zudem dürften Nahrungsmittel nicht als Biobrennstoffe verwandt werden. Auch ließen subventionierte Agrarexporte aus Europa die Märkte für Lebensmittel in armen Staaten zusammenbrechen. Durch diese falsche Politik - und nicht durch Silvesterböller - würden bäuerliche Existenzen vernichtet und verhungerten Menschen, so die Aktion.