Bad Driburg: Hersteller der Leonardo-Gläser wird 150 Jahre alt

Bad Driburg: Hersteller der Leonardo-Gläser wird 150 Jahre alt

Fast jeder kennt das Markenzeichen mit den zwei Wolken auf blauem Grund. Vom Handel mit Einmach-Behältnissen zu einem kleinen Glas-Imperium hat es die Firma Glaskoch aus Bad Driburg gebracht. Das Logo ihrer Marke „Leonardo” ist nach Firmenangaben 80 Prozent der Deutschen ein Begriff.

Das Familienunternehmen feiert in diesem Jahr bereits den 150. Geburtstag. „Es gibt keinen Haushalt, wo kein Glas vorhanden ist”, ist die einfache Begründung für den Erfolg des Familiengeschäfts, die Geschäftsführer Oliver Kleine nennt.

Vor vier Jahren trat der 37-Jährige in die Fußstapfen seines Vaters Franz-Josef. Als Schwiegersohn war dieser 1968 zu Glaskoch gekommen und hatte vier Jahre später die Idee zur Marke „Leonardo” gehabt.

Damals besuchte Franz-Josef Kleine gerade einen Glasproduzenten in der Nähe der italienischen Stadt Vinci. Die Gläser waren Kleine noch zu nackt - ein Logo musste her.

Bei Wortspielereien fiel ihm der Name des Malers Leonardo da Vinci ein. Daheim in Deutschland entwickelte Kleine dann mit einem Grafiker das Logo dazu.

Beim Blick aus dem Fenster lieferten weiße Schäfchenwolken die zündende Idee. Zu jener Zeit hatte Glaskoch 70 Mitarbeiter und einen Umsatz von 15 Millionen Mark.

Heute sind 360 Menschen am Sitz in Bad Driburg beschäftigt. Der Umsatz liegt nach Angaben des Unternehmens bei 100 Millionen Euro, verkauft werden die Produkte weltweit in 88 Ländern.

Als Benedikt Koch das Unternehmen 1859 in Bad Driburg gründete, reiste er noch mit dem Pferdewagen durch ganz Deutschland, um Einmachgläser gegen Waren zu tauschen.

Heute werden die Geschicke des Unternehmens von einem futuristischen Glasbau aus im Bad Driburger Gewerbegebiet gelenkt. Hier präsentiert Oliver Kleine Lifestyle im Rund-um-Paket.

Denn neben Leonardo, sowie einer zweiten, günstigeren Gläsermarke namens „Montana”, bietet das Unternehmen auch Schmuck an.

Zudem kommt in diesem Jahr eine eigene Möbellinie raus. „Das Ideal würde so aussehen, dass man morgens von Leonardo geweckt wird, es anzieht, davon isst, es einen bis zum Abend begleitet”, sagt Kleine.

Zahlen zum Gewinn will er nicht nennen. Nur so viel: „Wir versuchen, den Umsatz zu stabilisieren. Aber wir können nicht mit einem Umsatzwachstum rechnen, wie wir erst dachten.”

Eine stärkere Durchdringung des internationalen Marktes biete aber noch Potenzial.

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