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London: Forscher isolieren erstmals DNA aus Hausstaub

London : Forscher isolieren erstmals DNA aus Hausstaub

Schlechte Nachricht für Einbrecher, Mörder und andere schwere Jungs: US-Forscher haben nach eigenen Angaben erstmals menschliche DNA aus Hausstaub isoliert.

Obwohl sich nur billionstel Gramm der Erbsubstanz fanden, reichte das Material für eine Laboranalyse, wie das britische Wissenschaftsmagazin „New Scientist” (Nr. 2658, S. 16) berichtet. Allerdings fanden sich in den untersuchten Proben die Gene so vieler verschiedener Menschen, dass sich kein individueller genetischer Fingerabdruck erstellen ließ.

Dennoch könnte die Technik einmal neue Methoden in der Tatortanalyse eröffnen, meinen die Wissenschaftler um Bonnie Brown von der Virginia-Commonwealth-Universität in Richmond. Sie hatten Staubproben aus verschiedenen Räumen auf dem Campus gesammelt und analysiert, von hochfrequentierten Hörsälen bis zu ruhigen Büros. Die meiste DNA, die die Forscher fanden, stammte von Bakterien und Pilzen, in jeder der 36 Proben steckte jedoch auch menschliches Erbmaterial.

„Forscher haben die DNA-Menge in Staub schon oft bestimmt, aber noch keiner hat bislang nach menschlicher DNA gesucht”, sagte Brown dem „New Scientist”. Weitere Forschung könnte es ermöglichen, aus dem isolierten Erbmaterial nicht nur genetische Fingerabdrücke zu gewinnen, sondern anhand des Zerfalls individdueller DNA auch die letzte Aufenthaltszeit eines Verdächtigen an einem Tatort zu bestimmen, hoffen die Wissenschaftler, die ihre Staubanalyse im Fachjournal „Forensic Science International” (Bd. 178, S. 7) vorstellen.