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Kingston: Forscher entdecken schwarzes Loch aus der Frühzeit des Universums

Kingston : Forscher entdecken schwarzes Loch aus der Frühzeit des Universums

Ein internationales Team von Astronomen hat das bislang am weitesten von der Erde entfernte schwarze Loch entdeckt. Seine Distanz zu unserem Planeten beträgt nahezu dreizehn Milliarden Lichtjahre.

Es ist damit in der Frühzeit des Universums etwa 700 Millionen Jahre nach dem Urknall entstanden. Die Forscher erhoffen sich daher aus der weiteren Beobachtung des schwarzen Lochs Einblicke in die frühe Entwicklung des Universums. Details zur Entdeckung der Astronomen präsentierte Chris Willot von der Universität in Ottawa auf einer Konferenz der Kanadischen Astronomischen Gesellschaft in Kingston.

Das schwarze Loch entdeckten die Forscher bei der Suche nach entfernten Quasaren mit dem Canada-France-Hawaii Telescope. Quasare zählen zu den hellsten Objekten im Weltall und sind nach Ansicht von Astronomen die Zentren von aktiven Galaxien. Einem gängigen Modell zufolge befindet sich im Zentrum jeder Galaxie ein schwarzes Loch. Bei einer aktiven Galaxie nimmt dieses an Masse zu, da es Materie aus seiner Umgebung anzieht. Dieses Material wird dabei stark erhitzt und sendet Licht aus.

Das CFHQS J2329-0301 benannte schwarze Loch ist etwa fünfhundert Millionen Mal so schwer wie unsere Sonne und zwei Millionen Lichtjahre weiter von der Erde entfernt wie der bisherige Rekordhalter SDSS J1148+5251. Die Wissenschaftler können somit auch zwei Millionen Lichtjahre weiter in die Vergangenheit unsers Universums blicken, das nach bisherigen Erkenntnissen vor rund 13,7 Milliarden Jahren entstand.

Die enorme Größe des schwarzen Loches zu diesem frühen Zeitpunkt in der Entwicklungsgeschichte des Universums lässt die Wissenschaftler allerdings rätseln, denn bislang gingen Forscher davon aus, dass schwarze Löcher nur sehr langsam wachsen. Durch weitere Beobachtungen hoffen die Forscher, dieses Rätsel lösen zu können.