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Köln: Finale im Kuhstall: Vorerst letzte Staffel von „Bauer sucht Frau”

Köln : Finale im Kuhstall: Vorerst letzte Staffel von „Bauer sucht Frau”

Bei RTL heißt es am Montagabend (17. Dezember, 21.15 Uhr) zum vorerst letzten Mal „Bauer sucht Frau”.

Millionen Zuschauer wollten in den vergangenen Wochen sehen, wie sich einsame Landwirte beim Stall-Ausmisten oder Treckerfahren mit ihrer per TV vermittelten Herzensdame mal mehr, mal weniger erfolgreich näherkamen.

Für den Sender war die dritte Staffel der 2005 gestarteten Kuppelshow mit Moderatorin Inka Bause ein großer Quotenerfolg. Dass es eine neue Runde der kontrovers diskutierten Doku-Soap geben wird, steht schon fest.

Im Schnitt 7,4 Millionen Zuschauer (23,5 Prozent Marktanteil) verfolgten laut RTL die bisherigen acht Folgen der laufenden „TV-Romanze”. Es handele sich bei „Bauer sucht Frau” um eine „schöne augenzwinkernde Lebensrealität”, lobte RTL-Unterhaltungschef Tom Sänger das Format. Die Sendung zeige „Geschichten und Schicksale, ist im besten Sinne eine Romantic Comedy, die traditionelle Vorstellungen vom Landleben mit vielen Sehnsüchten verbindet”.

Nicht jeder teilte allerdings diese Meinung. Bundesagrarminister Horst Seehofer hielt die Sendung für völlig realitätsfern. Sie verletze die Ehre der Landwirte, sagte der CSU-Politiker dem Hörfunksender Hit-Radio Antenne Niedersachsen. „Aus meiner Sicht ist das ein Schmarrn, der moderne Bauer ist selbstbewusst, umweltbewusst, ein dynamischer Unternehmer.”

Bauernpräsident Gerd Sonnleitner kritisierte Ende November im ”Spiegel„, die Sendung gebe ein „dümmliches und falsches Klischee” über die Bauern wieder. Die Landwirte, die der Sender zeige - „oder besser: vorführt” - seien für ihn absolut fernsehgesteuert durch die Regisseure und Sendermacher. „Die werden als einsame Trottel präsentiert, die nicht wissen, wie sie sich benehmen sollen”, sagte er.

Auch von Teilnehmerseite gab es später Klagen über die Sendung. So berichtete Kandidat Markus B. in der „Bild”, die unter anderem bei der Sendung „falsche Gefühle” monierte, die Dreharbeiten hätten sieben Tage gedauert, jeden Tag von 9.00 bis 23.00 Uhr. Manche Einstellungen seien bis zu zehnmal wiederholt worden. Das habe „total geschlaucht”. Geschockt war er auch von dem Ergebnis auf dem Bildschirm. Die Situation habe ihn sowieso schon seelisch belastet. „Ich werde da als Macho und Lüstling hingestellt.” Zu vielen Szenen habe er sich überreden lassen.

Der Sender wies die Kritik zurück. Eine RTL-Sprecherin sagte, aus produktionstechnischen Gründen müssten Szenen manchmal wiederholt werden. „Ansonsten drehen wir das, was sich vor der Kamera abspielt. Wir zeigen die Bauern, wie sie sind und stellen niemand falsch dar”, betonte sie.

Nach Angaben des Senders haben sich bereits mehrere Paare bei ”Bauer sucht Frau„ gefunden. In der ersten Staffel im Herbst 2005 kamen sich Bauer Herbert und Kandidatin Karin sowie Schäfer Rainer und Herzensdame Ute näher. Beide Paare sind laut RTL mittlerweile verheiratet. In der zweiten Staffel im Herbst 2006 fanden sich Landwirt Hauke und Christina, die kürzlich Eltern wurden, sowie Herrmann und Ute.

Auch zum Schluss der aktuellen Staffel soll es laut RTL am Montag noch einmal ”spannend und romantisch„ werden. Wie viele ”glückliche Beziehungen" es dieses Mal gibt, wollte der Sender allerdings noch nicht verraten.