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Berlin: Erstmals Doppelsieg beim Spiel des Jahres

Berlin : Erstmals Doppelsieg beim Spiel des Jahres

„Keltis” ist das Spiel des Jahres 2008. Autor Reiner Knizia gelang am Montag beim Kritikerpreis des deutschsprachigen Raums ein Doppelsieg, als auch sein Spiel „Wer wars?” als Kinderspiel des Jahres ausgezeichnet wurde.

Dieser zweifache Erfolg war bislang keinem Spieleautor geglückt. Der promovierte Mathematiker setzte sich in Berlin in beiden Kategorien gegen jeweils vier Konkurrenten durch, verpasste jedoch seine eigenen Preisverleihungen.

Das Spiel des Jahres wurde zum 30. Mal gekürt. Jurysprecher Stefan Ducksch würdigte „Keltis” als „enorm spannendes Spiel, was man immer wieder spielen will”. Bei dem nur rund 30-minütigen Brettspiel vom Verlag Kosmos liefern sich zwei bis vier Teilnehmer ein Wettrennen über Steinpfade.

Den Doppelsieg für den 1957 im bayerischen Illertissen geborenen Knizia bezeichnete Ducksch als Zufall. Der Autor zähle seit Jahren zur Topliga der Spieleerfinder, habe bislang beim Spiel des Jahres aber nie gewonnen. Bei „einer der spannendsten Wahlen” der vergangenen Jahre sei das Momentum auf Knizias Seite gewesen.

Eine schwere Entscheidung hatte auch die Kinderspiel-Jury zu treffen. Koordinator Wieland Herold sprach vom „besten Jahrgang” in der achtjährigen Geschichte der Auszeichnung. Beim Gewinner aus dem Verlag Ravensburger überzeugte die Juroren vor allem die gelungene Verbindung aus Elektronik und Brettspiel.

Bei „Wer wars?” suchen zwei bis vier Spieler ab sechs Jahren in einem Schloss einen gestohlenen Ring. Hilfe erhalten sie dabei von sprechenden Tieren, die mittels einer elektrischen Schatztruhe kommunizieren. „So gelungen, dass auch Eltern gerne mitspielen”, urteilte Herold.

Das Lob kam zunächst jedoch nicht bei dem doppelt siegreichen Autor an. Knizia hatte es am Montag nicht rechtzeitig aus dem US-amerikanischen Indianapolis zur Preisverleihung geschafft. Der gebürtige Schwabe erfindet seit zehn Jahren hauptberuflich Spiele und hat bislang über zehn Millionen Exemplare seiner mehr als 400 Spiele und Bücher verkauft, darunter „Blue Moon” und Spiele-Versionen von J.R.R. Tolkiens „Der Herr der Ringe”.

Knizia lebt in Windsor bei London und lehrte unter anderem Spieledesign an der US-Elite-Universität Massachusetts Institute of Technology in Cambridge. Im Jubiläumsjahr vergab die Jury deutschsprachiger Kritiker nach 2006 erst zum zweiten Mal den Sonderpreis Komplexes Spiel. „Agricola” von Uwe Rosenberg gehe über den normalen Bereich der Familienspiele hinaus, sagte Ducksch.

Während sich die nominierten Spiele in der Hauptkategorie an jedermann richten sollten, tendierten die Verlage zu immer anspruchsvolleren Spielen. Dieser Entwicklung solle mit der Prämierung von Rosenbergs „Meisterstück” über Landwirtschaft im 17. Jahrhundert Rechnung getragen werden.

Nominiert für das Spiel des Jahres waren auch „Suleika” von Dominique Ehrhard (Zoch), „Wie verhext” von Andreas Pelikan(alea/Ravensburger), „Blox” von Wolfgang Kramer, Jürgen Grunau und Hans Raggan (Ravensburger) und „Stone Age” von Michael Tummelhofer (Hans im Glück).

Bei den Kinderspielen unterlagen „Didi Dotter” von Ariel Laden (Zoch), „Captn Sharky - Abenteuer auf der Schatzinsel” von Kai Haferkamp (Coppenrath), „Geisterjäger” von Andreas, Ueli und Lukas Frei (Haba) sowie „Fluss der Drachen” von Inka und Markus Brand (Kosmos). Im vergangenen Jahr hatten das Brettspiel „Zooloretto” und das Kinderspiel „Beppo der Bock” die begehrten Preise gewonnen.