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Genf: Erfindergeist: Selbst reinigende Hundetoilette im Vorgarten

Genf : Erfindergeist: Selbst reinigende Hundetoilette im Vorgarten

Was tun, wenn man direkt neben einem Tierarzt wohnt und täglich Hundehaufen in seinem Vorgarten findet? Hundekot war für Philippe Glimes ein echtes Problem, für das er eine ganz eigene Lösung gefunden hat: Eine selbst reinigende Hundetoilette.

Der Spanier sorgte mit seiner Konstruktion für besonderes Aufsehen bei der Eröffnung der 37. Internationalen Messe für Erfindungen am Mittwoch in Genf. Neben rund 700 anderen Ausstellern aus 45 Ländern hofft er, auf der nach Angaben der Veranstalter mittlerweile weltgrößten Messe dieser Art einen Investor zu finden.

Rund 70.000 Besucher werden zur Schau der Geistesblitze erwartet, bei der rund 1000 Erfindungen aus Bereichen wie Technik, Umwelt und Haushalt zu sehen sind. Etwa drei Viertel der Aussteller sind Unternehmen und Institute, die übrigen sind private Erfinder.

Philippe Glimes arbeitet beruflich mit Hochdruckreinigern, im Fitnessstudio kam ihm dann die Idee zur Hundetoilette. Vierbeiner werden dabei über Sexuallockstoffe (Pheromone) angelockt und können ihr Geschäft auf einer Fläche mit künstlichem Rasen erledigen. Über ein Laufband wird die Rasen-Matte anschließend an Hochdruckreinigern vorbeigeführt und gesäubert, der Schmutz direkt in die Kanalisation abgeleitet.

„Das Laufband reagiert auf das Gewicht des Hundes”, beschreibt Philippe Glimes stolz sein Werk. „Wenn das Tier herunter steigt, setzt es sich von selbst in Gang.”

Sein Problem selbst in die Hand genommen hat auch Ralph Rimet aus Sierre in der Schweiz: Regelmäßig hat er Dinge verloren - seine praktische Erfindung, das Alarmsystem „BlueWatchDog” (Blauer Wachhund) soll das nun verhindern.

Das Gerät in der Größe einer Scheckkarte lässt sich zu einem Wertgegenstand stecken, den man vor Verlust schützen will. Via Bluetooth über das Handy wird das Gerät dann konfiguriert und ein Sicherheitsradius festgelegt. Entfernt man das Handy weiter als erlaubt vom Sender, warnt der „BlueWatchDog” durch einen lauten Piepton.

„Auf einer Zugfahrt, die ich mit einem Freund gemacht habe, ist ihm die Geldbörse aus der Hose auf den Sitz gerutscht und er hat sie verloren”, erzählt der sympathische Schweizer. „Wir haben uns dann überlegt: Es müsste etwas geben, das uns davor schützt, Dinge zu verlieren, liegen zu lassen oder gestohlen zu bekommen.” Und so kam es zur Geburt einer Idee, die gut ankommt: Ralph Rimets hat für seine Erfindung bereits einen Investor gefunden, demnächst wird das Warnsystem auch in Deutschland auf den Markt kommen.

Von einem Investor träumt dagegen Cor Born aus den Niederlanden bisher noch. Er hat einen Luftballon ohne Knoten entwickelt, der dafür sorgen soll, dass die Vorbereitung der nächsten Party nicht zu viele Nerven kostet. Ein eingebautes Ventil verhindert, dass die eingeblasene Luft entweichen kann, lästiges Verknoten am Ende entfällt.

„Die Lebensdauer meines Ballons ist außerdem 20 Mal höher als die eines Standard-Ballons, er hält bis zu zehn Wochen”, erklärt der Erfinder. Seine Technik mache es sogar Kindern möglich, selbst Luftballons aufzublasen und schone dabei Finger und Nägel. „Das wird in zwei bis drei Jahren den Luftballon-Markt revolutionieren”, prophezeit Cor Born zuversichtlich.

Zwischen anderen kuriosen Erfindungen wie Stoßdämpfer für Stöckelschuhe aus Frankreich oder getunte Bobby-Cars finden sich auf der Genfer Messe aber auch allerlei „grüne” Innovationen, die Energie sparen oder auf Solar-Technik basieren. Und auch Entwicklungen, die Leben retten können, wie ein Tsunami-Warngerät aus Sri Lanka, lassen sich bestaunen.

Das billig herzustellende Gerät des jungen Erfinders Janaka nutzt besonders hohe Sender-Frequenzen - so können auch abgelegene Haushalte gewarnt werden und sich selbst die ärmsten Bevölkerungsschichten ein Frühwarnsystem für Umweltkatastrophen leisten.