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Berlin: Endstation Türsteher: Tipps zum Weg in den Club

Berlin : Endstation Türsteher: Tipps zum Weg in den Club

Wie ärgerlich! Jetzt ist man extra so weit gefahren, um im angesagten Club abzufeiern und dann ist am Eingang Endstation: Der Türsteher lässt einen nicht rein, während ständig andere Leute an einem vorbeiziehen. Liegt es an der zerrissenen Jeans?

Oder daran, dass man mit fünf anderen Jungs aufgekreuzt ist? Wie auch immer: Solch eine Situation ist ziemlich frustrierend und ein vorläufiger Killer der Wochenendfeierstimmung. Es gibt aber einige Tipps, die helfen, das Türsteher-Nein zu verhindern.

Dazu gehören zunächst ein paar Spielregeln: „Man sollte sich einfach ganz normal geben, nicht aggressiv werden oder alkoholisiert sein, also zu stark vorgeglüht haben”, sagt Ingo Senden von der Sicherheits-Firma Corsten Security aus Übach-Palenberg (Nordrhein-Westfalen). „Wenn eine Gruppe schon grölend, schimpfend und schubsend vor dem Eingangsbereich auftaucht, stehen die Chancen, am Türsteher vorbeizukommen, sowieso ziemlich schlecht.”

Darüber hinaus muss man einfach zur Zielgruppe passen, die von dem Club, der Disco oder dem speziellen Event angesprochen werden soll. „Der Discounternehmer hat schließlich ein bestimmtes Konzept, das er umsetzen will”, erklärt Stephan Büttner vom Bundesverband Deutscher Diskotheken und Tanzbetriebe in Berlin. „Wenn aber auch die Leute hinein dürften, die da eigentlich nicht reinpassen, würden die wegbleiben, die der Betreiber eigentlich ansprechen will.”

Ganz häufig liegt es also am Dresscode, wenn man abgewiesen wird oder nur einige aus der Gruppe reinkommen. Auch Marius Primsch aus Berlin kennt das aus eigener Erfahrung: „Einmal waren eher schicke Klamotten gefragt, aber einer von uns wurde trotz guter Jacke und gutem Hemd abgewiesen, weil er Turnschuhe anhatte”, erzählt er. Deshalb rät der 19-Jährige, sich vorher im Internet oder über Freunde zu informieren, welchen Dresscode es in dem Club gibt.

Ungünstig kann es auch sein, mit einer großen Jungengruppe aufzuschlagen. „Erst neulich kam ich mit ein paar Kumpels zu einem Club, wo die Türsteher dann gesagt haben Vier Jungs? Ist heute nicht!”, erzählt Primsch. „Auch das Nachhaken und Nachfragen hat nichts gebracht.” Stattdessen hätten sich die Jungs beratschlagt. Daraus entstand die Idee, ein paar Mädchen anzusprechen, um mit denen zusammen reinzugehen. „In dem Fall hat das zwar nicht geklappt, manchmal funktioniert es aber.” Man müsse dann ja nicht gleich auch zusammen feiern.

„Wenn die anderen Faktoren stimmen, kann es durchaus hilfreich sein, mit Mädchen im Schlepptau aufzutauchen”, bestätigt Büttner. Wenn aber kein Mädchen mit dabei ist oder kurzfristig helfen will, gibt es noch eine andere Möglichkeit: „Die Jungs in der Gruppe können auch versuchen, sich aufzuteilen und dann reinzugehen.” Eine Garantie sei das aber natürlich auch nicht.

Hat man sich erst mal ein „Nein” eingefangen, ist es am besten, das zu akzeptieren. „Wenn jemand an einem Abend abgewiesen wurde, sollte er einsehen, dass es an dem Abend nicht passt und es ein anderes Mal probieren”, rät Senden, der immer mal wieder selbst als Türsteher über Reinkommen und Nichtreinkommen entscheidet. „Stundenlanges und penetrantes Herumquengeln kommt nämlich gar nicht gut an und wird nur in sehr seltenen Fällen dazu führen, dass man doch noch in den Club oder die Disco darf.”

Das sieht Marius Primsch genauso: „Einen Spruch zu reißen oder zu nerven, bringt meistens auch nichts. Wenn man nicht reinkommt, dann ist das einfach so.” Aber auch der Zeitpunkt, zu dem man aufkreuzt, kann entscheidend sein. Denn in der Phase, wenn die meisten in den Club wollen, ist die Wahrscheinlichkeit größer, sich ein „Nein” einzufangen. „Besser ist es, zu kommen, wenn noch nicht soviel los ist oder der größte Andrang schon vorbei ist”, erzählt der Berliner aus eigener Erfahrung.

Das Beste sei aber sowieso, die richtigen Leute zu kennen. „Es kann ja zum Beispiel sein, dass man mit dem Barkeeper befreundet ist, der einen dann reinholen kann, oder man kennt sogar den Türsteher, weil man regelmäßig in dem Club ist”, sagt Marius. „Ein bisschen lockerer Small-Talk kann sich dann echt auszahlen.”

Diskriminierungen sind verboten

Auch wenn die Türsteher eine Auswahl treffen, dürfen sie nicht diskriminierend vorgehen, erklärt Stephan Büttner vom Bundesverband Deutscher Diskotheken und Tanzbetriebe. Dass jemand zu uncool ist, sei eigentlich kein Grund, weggeschickt zu werden. „Wenn aber beispielsweise ein Punk nicht reinkommt, liegt es möglicherweise daran, dass sein Erscheinungsbild einfach nicht zu dem der anderen Gäste passt und der Kleiderordnung nicht entspricht.”