Düsseldorf: Eltern überfordert: Rekordzahl in der Krisen-Hilfe in NRW

Düsseldorf: Eltern überfordert: Rekordzahl in der Krisen-Hilfe in NRW

Nie zuvor haben nordrhein-westfälische Jugendämter so oft zum Schutz von Kindern in Krisensituationen eingegriffen wie 2011.

Die Zahl sei seit 2002 kontinuierlich auf den Höchststand von zuletzt rund 10.620 (0,35 Prozent) gestiegen, teilte das Statistische Landesamt am Mittwoch in Düsseldorf mit. In den meisten Fällen waren die Eltern überfordert, spielten Beziehungsprobleme eine Rolle oder wurde das Kind vernachlässigt. Die Jugendämter griffen aber auch ein, wenn sich Kinder in Heimen oder Pflegefamilien nicht eingewöhnen konnten.

Zu den sogenannten vorläufigen Schutzmaßnahmen gehören nach Angaben des Jugendamtes Köln die vorläufige Unterbringung von Kindern in Pflegefamilien oder Wohngruppen oder die Unterstützung mit Erziehungshilfen.

Rund zwei Drittel der betroffenen Kinder waren älter als 14 Jahre, gut jedes zweite Kind war ein Mädchen. In mehr als der Hälfte der Fälle wurden die Maßnahmen auf Initiative des Jugendamtes oder der Polizei ergriffen. In etwa jedem vierten Fall griffen die Behörden auf Initiative des Kindes ein.

Die steigenden Fallzahlen bedeuteten nicht, dass es mehr „Problemfamilien” gebe, sagte der stellvertretende Kölner Jugendamtsleiter, Klaus-Peter Völlmecke. In den Familien gebe es eine höhere Bereitschaft, Hilfen in Anspruch zu nehmen. Daneben würden auch mehr Fälle gemeldet, etwa von Kindergärten oder Schulen.

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