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Berlin: Eisbär Knut auf Partnersuche: Lara wirbt weiter um Berliner Star

Berlin : Eisbär Knut auf Partnersuche: Lara wirbt weiter um Berliner Star

Auch Eisbären haben es bei der Partnerwahl nicht leicht - selbst als Weltstar wie der Berliner Publikumsliebling Knut.

Einzig die Eisbärin Lara aus dem Gelsenkirchener Zoo ist eine mögliche Kandidatin für Knut. Andere Chancen auf eine potenzielle Partnerin haben sich nach Informationen der dpa in zahlreichen europäischen Zoos und auch in Übersee zerschlagen. Auch sein Promi- Faktor kann ihm da nicht helfen.

In Hannover war Knut eine Weile als Zuchtpartner im Gespräch. Doch Sprecherin Simone Hagenmeyer stellte klar: „Wir haben eine feste Zusage für die Übernahme von Eisbär-Zwillingen aus Wien. Für Knut ist bei uns kein Platz mehr.” Die niedliche Eisbärin Flocke im Nürnberger Zoo ist zu jung und zu klein für eine engere Bekanntschaft mit dem zum Schwergewicht gereiften Knut, obwohl Medien in dem Duo schon das „Traumpaar” der Tierwelt erkannt haben wollten. Aber sonst ist weit und breit keine Partnerin für Knut zu entdecken. Und mit Eisbär- Winzling Wilbär wächst in der Stuttgarter Wilhelma bereits ein weiterer „Rivale” von Knut um die raren Eisbär-Weibchen heran.

Karin Linke vom Zoo Rostock, die bis zu ihrer Pensionierung dort das Internationale Zuchtbuch für den Eisbär-Nachwuchs führte, sagte der dpa: „Es wäre einfacher, Knut wäre ein Weibchen.” Alle infrage kommenden Partnerinnen für Männchen aus dem Eisbären-Jahrgang 2006/07 „sind leider schon vergeben”. Ihr Nachfolger, der Niederländer Hans van Weerd im Amsterdamer Zoo, hatte deshalb zunächst auch nur Hannover und Gelsenkirchen als Knuts zweite Heimat im Blick.

Mitspracherecht über die Zukunft von Knut hat auch noch der Tierpark Neumünster. Von dort war Vater Lars nach Berlin ausgeliehen worden. Zoo-Direktor Peter Drüwa sagte: „Wir stehen in engem Kontakt zu van Weerd, sind aber noch in der Prüfung.” Es sei sehr schwierig, Knut unterzubringen. „Aber wir wollen dieses Jahr entscheiden.” Parallel verlangt der Tierpark Neumünster vom Zoologischen Garten Berlin noch eine Beteiligung an den bisher rund 5 Millionen Mehrerlösen durch Ticket- und Souvenirverkauf.

Der Berliner Zoodirektor Bernhard Blaszkiewitz schweigt sowohl zu diesen Forderungen als auch zu den Berliner Zukunftsplänen für Knut. Kritik von Tierschützern wies er zurück. Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, hatte verlangt, die Haltung von Eisbären in Zoos gänzlich einzustellen. Die Grünen-Abgeordnete Claudia Hämmerling forderte öffentlich das „Ende der Isolationshaft von Knut”.

Medienberichte, wonach Knut Berliner bleiben könnte, wenn ein Sponsor rund 9 Millionen Euro für den Bau einer neuen Eisbär-Anlage im Ost-Berliner Tierpark Friedrichsfelde anlegt, bezeichnete Bären- Kurator und Zoo-Biologie Heiner Klös als „Quatsch”. Der Mobilfunk- Anbieter Debitel bestätigte der dpa, dass 2007 eine Millioneninvestition für Knut als Dauerberliner erwogen worden war. Es sei dann aber doch ein Projekt für in Armut lebende Kinder und Jugendliche unterstützt worden. So blieb es bei dem Problem der Einsamkeit für Knut: Der einzige „Eisbär”, den Knut als solchen erkennt, ist damit zunächst weiter sein Ziehvater Thomas Dörflein, der ihn über Monate hinweg per Hand großzog.

So ist derzeit Lara in der „Zoom-Erlebniswelt” von Gelsenkirchen die einzige, die Knut einmal umgarnen könnte. „Wir halten unser Liebeswerben aufrecht”, sagte Sprecherin Sabine Haas. Im Herbst 2007 hatten die Gelsenkirchener schon einmal ihr Herz für Berlin geöffnet, als sie einen „Liebesbrief” von Lara für Knut durch den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) überbringen ließen.

Doch der Zoodirektor in Berlin zeigte laut Sabine Haas „leider keine Reaktion”. Aber man trage den spröden Berlinern nichts nach. „Wir geben nicht auf, Knut bekäme mit Lara eine sehr schöne Eisbärin zur Seite.” Für Nachwuchs wäre auf einem Gelände von mehr als 1500 Quadratmetern auch viel Platz. Und Lara, die jetzt schon drei Jahre alt ist, würde laut Sabine Haas „sogar noch ein Jahr warten”. Dann könnte Knut in Gelsenkirchen immer noch seinen Mann stehen.