1. Panorama

Hamburg: Dribbeln statt Grätschen: Beim Hallenfußball sind Techniker gefragt

Hamburg : Dribbeln statt Grätschen: Beim Hallenfußball sind Techniker gefragt

Für Fußballfans sind die ersten Wochen des neuen Jahres eine triste Zeit. Die Bundesliga macht Winterpause und auch der Amateurbetrieb in den Parks und auf den Bolzplätzen der Republik ist weitgehend eingestellt: Mal stehen auf den Spielfeldern meterbreite Pfützen, mal sind die Böden steinhart und vereist.

Doch selbst bei mieser Witterung muss niemand auf den Kick mit seinen Kumpels verzichten. Hallenfußball heißt die Lösung und erfreut sich in Deutschland zunehmender Beliebtheit.

„In der Halle kann man sich nicht nur für die Sommersaison in Form bringen. Vielen macht das Spiel unter dem Dach mindestens so viel Spaß wie das im Freien”, sagt Jörg Timmermann, stellvertretender Geschäftsführer des Hamburger Fußball-Verbands. Denn in der Halle ist der Boden eben - das macht den Ball und damit die Partie schnell. Zudem ist das Spielfeld deutlich kleiner als auf dem großen Rasen draußen. Es ist mit wenigen Spielzügen überbrückbar, damit wechseln sich Angriff und Konter im Sekundentakt ab.

„Die Dribbler und Techniker sind in der Halle eindeutig im Vorteil”, sagt Experte Timmermann. Sie haben die nötigen Fähigkeiten, um die Gegner auf engem Raum zu umkurven und ihre Mitspieler mit kurzen, überraschenden Pässen zu bedienen. Der stelzige, schwerfällige Manndecker, der ja schon draußen auf dem Rasen immer mehr zum Auslaufmodell wird, hat in der Halle meist das Nachsehen.

Pro Team laufen in der Halle sechs Spieler auf - auch das trägt dazu bei, dass keine Langeweile aufkommt. Denn jeder hat deutlich mehr Ballkontakte als auf dem großen Feld, wo 22 Sportler gegeneinander antreten. So wird in der Halle nicht nur die Technik geschult, sondern auch die Kondition vergleichsweise intensiv trainiert. Es gibt zwei rasante Halbzeiten à 15 Minuten - ein 90-Minuten-Match in der Halle würden wohl selbst Fußballprofis der Bundesliga physisch nicht durchhalten.

Auch die zuweilen komplizierte Abseitsregel ist beim Hallenfußball aufgehoben. Zudem werden laut Timmermann viele Turniere mit Bande gespielt, es gibt also kein Seitenaus, sondern die Hallenwand kann bei dem einen oder anderen Spielzug als siebte Anspielstation mitgenutzt werden.

Wer die ganz hohe Ballkunst beherrscht oder sie erlernen möchte, sollte indes einmal Futsal ausprobieren. „Diese recht neue Variante des Hallenfußballs stammt aus Brasilien und zeichnet sich durch praktisch körperloses Spiel aus”, sagt Timmermann. Das bedeutet: Grätschen oder barsche Rempler sind beim Futsal verboten, nach dem fünften Foul wird jedes weitere mit einem Strafstoß bestraft. Darüber hinaus ist der Ball deutlich kleiner, springt nicht und liegt deutlich enger am Fuß - ein Fest für jeden Dribbler: „Futsal macht Riesenspaß”, unterstreicht Timmermann.

Wer sich näher über Futsal oder klassischen Hallenfußball informieren möchte, findet auf der Internetseite des Deutschen Fußballbunds (dfb.de) ausführliche Informationen. Wann die heimische Sporthalle das nächste Mal für einen Fußballkick frei wird, beantworten Bezirksamt oder Stadtverwaltung. „Wichtig ist dann aber, dass man nicht mit seinen Noppenschuhen, sondern mit glatten, nichtfärbenden Sohlen aufläuft”, betont Fußballexperte Timmermann.