1. Panorama

Brüssel: Das schnelle Internet kommt aufs Land

Brüssel : Das schnelle Internet kommt aufs Land

Es ist nicht weniger als das Paradies für Telefonkunden und Internet-Nutzer, was die EU ihren Bürgern verspricht. Am Dienstag verkündet die Kommission erstmals Obergrenzen für Kurznachrichten via Handy (SMS) ins Ausland und zurück: Statt 29 sollen diese ab Juli 2009 nur noch elf Cent (plus Mehrwertsteuer) kosten dürfen.

Am Mittwoch wird das Europäische Parlament das „Telekom-Paket” beschließen. Spätestens im kommenden Frühjahr müssen die Telefon- und Mobilfunk-Tarife der Anbieter so vereinheitlich werden, dass der Verbraucher sich nicht länger durch einen Dschungel verschiedener Preismodelle kämpfen braucht.

Und wer seine Festnetz- oder Handy-Nummer zu einem neuen Anbieter mitnehmen will, muss künftig binnen 24 Stunden im neuen Netz erreichbar sein. EU-Kommissarin Viviane Reding zufolge ist dieses Ziel in Deutschland schon erreicht.

Dafür werden die Bundesbürger von einem anderen Durchbruch profitieren können. Erstmals erhalten alle EU-Bürger das Recht auf einen Zugang zum schnellen Internet garantiert: DSL wird das Mindeste sein, aber auch die neuen Breitband-Dienste via Glasfaser sollen schnellstmöglich errichtet werden.

„Die Versorgung gerade der ländlichen Gebiete ist derzeit noch oft lückenhaft”, sagt die CSU-Europaabgeordnete Angelika Niebler, Vorsitzende des Industrieausschusses.

Allein in Deutschland wird der Netzausbau von der Telekom auf rund vier bis fünf Milliarden Euro veranschlagt. Die Bundesregierung wollte mit einem eigenen Gesetz dem Marktführer das Exklusivrecht bei der Vermarktung zugestehen, um die Investitionen wieder hereinzuholen. Doch die Kommission sagte nein. Nun werden die Parlamentarier zwar den ungehinderten Zugang für alle Wettbewerber festschreiben, den Netzbetreibern aber Investitionsanreize lassen. Sie dürfen zehn bis zwölf Prozent der Zugangsgebühren aufschlagen, um sich zu refinanzieren.

Um dünn besiedelte Regionen schneller anzuschließen, will Brüssel anstelle der teuren Glasfaser-Kabel auch die WiMax-Technik empfehlen, bei der die Breitband-Qualität über eine Funkverbindung hergestellt wird.