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Damit der Bikini passt: Leichte Desserts im Trend

Damit der Bikini passt: Leichte Desserts im Trend

Hamburg. Mit dem schönen Wetter naht auch die Bikini-Saison. Von den Männern wird sie meist herbeigesehnt, von vielen Frauen oft auch ein wenig gefürchtet. Wie figurbewusste Genießer am Strand punkten können, ohne auf leckere Desserts verzichten zu müssen, verrät die Kochbuchautorin Gabriele Gugetzer.

Essen soll Spaß machen, und wer maßvoll und bewusst genießt, isst im wahrsten Sinne des Wortes auf der sicheren Seite, betont die Autorin (Vorspeisen & Nachspeisen von GU). Nach Gugetzers Küchenphilosophie bedeutet leichter Genuss jedoch nicht automatisch, Kalorien zu zählen oder jedes Gramm Fett zu vermeiden. Es ist viel sinnvoller, den Zucker zu reduzieren, da er vom menschlichen Körper in dieser Form nicht benötigt wird.

Ganz auf den Süßmacher verzichten müsse man jedoch nicht. Hier kann man sich wunderbar ein Beispiel an der französischen Dessert-Kultur nehmen, so die Expertin. Die lukullischen Kreationen aus dem Nachbarland schmeckten nie zu süß, seien dafür aber gehaltvoller, was den Fettanteil angehe.

Zucker übertüncht leicht die Intensität der Aromen, wohingegen Fett ein Geschmacksträger ist und sie hervorhebt, erläutert die Expertin. Zucker mache sehr oft Lust auf mehr und hinterlasse somit auch mehr auf der Hüftregion. Fettreiche Desserts sind natürlich in diesem Sinne nicht leichter, sie animieren aber weniger zum Weiteressen. So sei man bei einer gehaltvollen Nachspeise oft schon nach einer kleinen Menge zufrieden.

Genau dieses Argument führt die Autorin auch ins Feld, wenn es um die Entschärfung von gehaltvollen Klassikern geht: Von Tiramisu oder Mousse au Chocolat würde ich lieber weniger servieren, als die Zutaten durch kalorienarme Alternativen zu ersetzen. Ihr persönliches Lieblingsrezept ist ein mit grünem Tee aromatisiertes Tiramisu. Hiervon genügt schon eine kleine Scheibe.

Generell empfehle Gugetzer die Verwendung von intensiven Aromen: Das Dessert soll kein Sattmacher sein, sondern ein Engel, der die Zunge kitzelt. Für diesen Kick eigneten sich z.B. Limetten- oder Zironenschale, also säuerlich-frische Geschmackseindrücke. Der Gaumen soll dadurch in seiner Vielfältigkeit gefordert werden, betont die Autorin. Sehr lecker sei auch eine bittere Note, wie sie zum Beispiel durch einen Schuss Wodka im Zitronensorbet erreicht werde.

Ein weiterer aromatischer Klassiker seien Erdbeeren Romanoff mit Orangenlikör. Die bittere Orangennote weckt den Geschmack der Erdbeeren auf und macht sie noch intensiver, sagt Gugetzer. Das funktioniere auch mit Rhabarber in Kombination mit Zimt: So benötigt man weniger Zucker, um den Rhabarber gefällig zu machen. Früchte seien generell sehr gut geeignet, um reichhaltige Desserts auszugleichen. So genüge bei einer großen Portion Beeren der Klacks Sahne oder Mascarpone-Creme.

Ein Geheimtipp der Autorin ist die Verwendung von Gelatine. So könne man im Handumdrehen aus einem Beerenmix mit einem Schuss Weißwein ein tolles Dessert für Gäste zaubern. Servieren Sie die Nachspeise in Cocktail-Gläsern - das wirkt raffiniert, und so tappen auch Männer leichter in die kalorienbewusste Beerenfalle, weiß die Autorin.

Edel sei eine Creme Bavaroise mit schwarzen Früchten. Sie sieht toll in einer dekorativen Form aus Großmutters Zeiten aus. Eine echte Vanilleschote kröne das Dessert zum Edelpudding. Eilige Gastgeber könnten zum Beispiel im Ofen gratinierte, weiße Pfirsiche mit Likör auftischen.

Kinder gewinne man über Optik und Süße, beispielsweise mit Granatäpfeln, Ananas oder Babybananen. „Außerdem lieben sie Schoko-Fondue mit diversen Obstsorten, das bringt zusätzlich ein spielerisches Element mit an den Tisch, sagt Gugetzer. Gerade bei Früchten sei es allerdings wichtig, auf gut gereifte Qualitätsware zu achten. Kaufen Sie lieber eine saftig-aromatische Mango auf dem Markt als drei billige im Discounter, rät die Kochbuchautorin.