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Hannover: Bunter Lichterzauber: Spektakuläre Systemfeuerwerke im Trend

Hannover : Bunter Lichterzauber: Spektakuläre Systemfeuerwerke im Trend

Bunter Lichterzauber am Himmel gehört für die meisten Menschen zum Jahreswechsel wie der Christbaum zum Weihnachtsfest. Deshalb werden in der Silvesternacht wieder Glitzerregen, Knattersterne, Wirbelsonnen und Leuchtfontänen explodieren.

Dabei gehe der Trend zum spektakulären Systemfeuerwerk mit minutenlangen Leucht-, Knall- und Knisterkombinationen, sagt der Geschäftsführer der Bremerhavener Feuerwerksfirma Comet, Richard Eickel. Die Feuerwehr warnt unterdessen vor Bedienungsfehlern, die schlimme Unfälle zur Folge haben können.

Verkaufsschlager seien in diesem Jahr Verbundfeuerwerke, bei denen mehrere Batterien aneinandergekoppelt sind, ist sich Jessica Jürgs von der Feuerwerksfirma Diamond im schleswig-holsteinischen Haselau sicher. Beim Verbundfeuerwerk wird eine beliebige Zahl an Batterien mit je 12 bis 100 Schuss verbunden.

„Mit nur einem Streichholz kann ein Feuerwerk von bis zu 900 Schuss abgefeuert werden”, erläutert Jürgs. Dabei könne eine Effekthöhe von 50 Metern erreicht werden. „Damit wird jeder Laie zum Profi”, sagt Jürgs. Zudem sei das Feuerwerk weniger gefährlich.

Das gilt auch für eine andere Silvester-Neuheit. Mit einer Infrarotfernbedienung können ganz ohne Streichholz auf Knopfdruck bis zu fünf Feuerwerke auf einmal in den Himmel geschossen werden. „Kalte Finger und zahlreiche vom Wind ausgeblasene Streichhölzer gehören damit der Vergangenheit an”, sagt Comet-Chef Eickel.

Der Umsatz mit Feuerwerkskörpern sei in den vergangenen Jahren gleichbleibend bis leicht steigend, sagt Jürgs. Es gebe immer Menschen, die gegen die Knallerei seien. Aktionen wie „Brot statt Böller” hätten aber kaum spürbare Auswirkungen. „Die Menschheit wird sich nicht davon abbringen lassen, an Silvester Raketen abzuschießen”, ist sich Jürgs sicher.

Mit der Knallerei kommt es jedoch alljährlich immer wieder zu Unfällen. „Der Leichtsinn steigt mit dem Alkoholkonsum”, sagt der Sprecher der Feuerwehr Hannover, Alfred Falkenberg. Jedes Jahr erinnere die Feuerwehr eindringlich daran, vor dem Abschuss die Gebrauchsanleitung durchzulesen und Raketen nicht unkontrolliert aus Fenstern und von Balkonen zu werfen. „Bestimmte Leute erreicht man damit aber nicht”, sagt Falkenberg.

Es gebe sogar regelrechte Straßenschlachten, wo sich die Beteiligten mit Feuerwerkskörpern bewerfen. Andere basteln und experimentieren mit den Böllern. Auch in Deutschland nicht zugelassene Raketen aus osteuropäischen Ländern seien gefährlich, da sie oft mehr Sprengstoff enthielten als deutsche Produkte. „Das kann fatal werden”, warnt Falkenberg.