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Minden: BASF-Mitarbeiter wurde mit Zyanid ermordet

Minden : BASF-Mitarbeiter wurde mit Zyanid ermordet

Der in der Nacht zum Dienstag gestorbene Mitarbeiter des Mindener BASF-Werks wurde mit Zyanid vergiftet. Das bestätigte ein Polizeisprecher am Mittwoch nach der Obduktion der Leiche. Der 44-Jährige hatte am Montagabend im Pausenraum des Unternehmens aus einer Limonadenflasche getrunken, die er seit einigen Tagen im Kühlschrank deponiert hatte. Auch ein Kollege sollte offenbar vergiftet werden.

Die Bielefelder Mordkommission ermittelt derzeit im Privatleben und im Bekanntenkreis des Ermordeten. Zum Täter, dem Mordmotiv und weiteren Einzelheiten liegen noch keine näheren Angaben vor. Verdächtige gebe es derzeit noch nicht.

Der 44-jährige Familienvater hatte in den Tagen vor seinem Tod schon mehrfach aus der Flasche getrunken. Er hatte am Montag um 22 Uhr seinen Dienst in der Nachtschicht angetereten. Nachdem er in einer Pause erneut von der Limonade trank, brach er bewusstlos zusammen. Er wurde sofort in ein Krankenhaus eingeliefert, wo er kurz nach Mitternacht später starb.

Zwei Polizisten, die bei der Untersuchung Dämpfe aus der Flasche eingeatmet hatten, mussten ebenfalls ins Krankenhaus. Einer verlor nach Einatmen der giftigen Dämpfe sogar das Bewusstsein. Der Zustand der beiden besserte sich aber soweit, dass sie voraussichtlich im Laufe des Mittwochs entlassen werden können.

Polizisten untersuchten am Mittwoch das gesamte Werksgelände nach weiteren Getränkeflaschen. Rund 200 Flaschen wurden an Ort und Stelle untersucht. Dabei wurde auch in der Flasche eines Kollegen Zyanid entdeckt.

Der Chemiekonzern BASF hat kürzlich angekündigt, am Standort Minden 190 von 500 Arbeitsplätzen zu streichen. Grund sei die schlechte Ertragslage. Spekulationen, der Giftanschlag sei der Racheakt eines entlassenen Mitarbeiters, wurden von der Staatsanwaltschaft zurückgewiesen.